Revolutionär Sozialistische Organisation

Kein Geld für Krieg! Schluss mit Bundeswehreinsätzen!

Freitag 24. Februar 2017

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Der Zugfunke - 23. Februar 2017
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Flexibel bei der Sicherheit

Seit Tagen ist das Signal im Hauptbahnhof Richtung Friedrichstraße gestört. Betrieblich korrekt wird seit­dem am Halt-zeigenden-Signal vorbeigefahren. Schön auf Sicht.

Es wird immer wieder dran rumgebastelt. Nur mit dem Erfolg ist es so eine Sache… Wird eine Aus­nahme zur Regel gemacht, kann eine gefährliche Routine entstehen. Das kann nicht sein, wenn es um Sicherheit geht. Hauptbahnhof ist doch nicht irgendwo draußen hinter Marzahn!

Arbeitsbelastung senken!

Eine Kollegin hat sich bei der Unterwegsreinigung an einer benutzten Spritze verletzt, als sie mit Hand­schuhen in den Mülleimer gegriffen hat. Die Reini­gung im wackelnden Zug zwischen den Fahrgästen ist sowieso schon eine Zumutung. Und bei dem Zeitdruck und Stress ist es nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert. Hier ist die Bahn genauso verantwortlich wie bei anderen Beschäftigten. Überall gilt: Wir müssen mehr Personal und menschliche Einsatzpläne durchsetzen!

Wer schlecht schläft, stirbt früher

Die KiNs vereint das mulmige Gefühl, dass schon wieder die frühen Frühschichten - also die mit einer 2, 3 oder 4 vor dem Doppelpunkt - zugenommen ha­ben. In Schicht arbeiten ist sowieso schon Körper­verletzung. Keine Studie, in der nicht festgestellt wird, dass Schichtarbeit das Risiko für Diabetes, Krebs und andere Schweinereien erhöht. Aber Schichtpläne müssen nicht so gesundheitsschädlich sein, wie bei der DB.

Arbeitsmediziner und Krankenkassen fordern stän­dig: Frühschichtstart nicht zu früh, Frühschicht soll keine „Fast-Nachtschicht“ sein, Freizeitblock am Wochenende, Nachtschichtende nicht zu spät, vor­hersehbare Schichtpläne… Da ist bei der DB noch Luft nach oben!

Hallo, hallooooo….?!

Der Teamleiter ist passé, dafür sollen uns nach Wunsch der S-Bahn-Leitung Arbeitsgebietsleiter glücklich machen. Die werden künftig auf drei Meldestellen verteilt und sollen da präsent sein. Hoffentlich gab es nicht zuviele Versprechungen. Hat man denen klargemacht, dass nach S-Bahn-Planung die Meldestellen mal wegfallen sollen? Könnte einsam dort werden…

Was für eine Drohung

Jeder Tf, der bei Regio einen Ladeschrank für sein Tablet braucht, soll dies dem Teamleiter melden. Von denen ist dann schon mal zu hören: Na wenn du nur auf einer Meldestelle arbeiten möchtest!

Wer einen Ladeschrank haben möchte, der solle also eine stupidere Arbeit akzeptieren. In welcher Welt leben die denn. Na klar wollen wir möglichst nur eine Meldestelle und keine Einsatzräume.

DB ohne B

Bei Cargo setzt sich der große Ausverkauf fort. Stel­len sollen trotz Überstunden und Vergabe von Zü­gen an andere Unternehmen abgebaut werden. Wieder profitabel zu werden, ist die größte Sorge.

Ladestellen werden geschlossen, was unweigerlich zu mehr LKW führen muss. Da kann der Umweltvor­reiter DB sogar noch Ökostrom sparen. Denkbar ist, dass Cargo zu einem Verwaltungs- und Abrechungszweig der DB wird. Nach dem Modell Flixbus. Die besitzen keine eigenen Busse. Sondern verteilen die Arbeit, diktieren Bedingungen und kas­sieren ab. Das könnte eine neue Angriffswelle auf alle Bereiche der DB werden.

Wer billig kauft zahlt drauf

Nun stellt sich doch heraus, dass die beiden Brände an den GTW auf dem RE6 nur als Vorwand benutzt wurden. Denn auch ohne die Brände und der scheinbar „vorsorglichen“ Überprüfung, müssen nach und nach über die Hälfte der GTWs wegen Fri­stablaufs stillgelegt werden. Da die 648er für die Li­nie noch nicht ausreichend zur Verfügung stehen, ist da ein Loch. Der VBB droht wohl schon mit einer Kündigung des Verkehrsvertrags und wir hören schon den Singsang der Chefs: Jetzt Kollegen, jetzt müssen wir zu­sammenhalten und DB Regio auf Kurs bringen... ... und das Bodenpersonal auf den Zügen wird sich den Ärger der Fahrgäste anhören dürfen ... und beim Bodenpersonal wird wieder versucht werden zu sparen.

Oben wird sich verzockt und die Arbeitenden sollen zahlen. Hier ist mehr kaputt als ein paar Schienen­busse.

Freiheit für das Wort

Ende Januar hieß es in einer zugeknöpften Presse­erklärung, die Schlichtung werde bis 9. Februar aus­gesetzt und werde „bis zum Ende der 7. Kalender­woche… abgeschlossen“. Nun „bis zum Ende der 10. KW“. Und „weiterhin gilt das Prinzip von Schlich­ten und Schweigen“. Eigentlich nur noch Schwei­gen, denn Schlichten ist grade nicht.

Das Schweigegelübde lässt sich durch nichts recht­fertigen. Nur die Bahn kann ein Interesse daran ha­ben, dass wir nichts erfahren und daher keinen Druck auf sie ausüben. Ihr ist es recht, wenn wir scheinbar ohnmächtig und immer länger auf einen Schlichterspruch warten, der irgendwann vom Him­mel fällt. Und die GDL-Führung lässt sich auf dieses Spiel ein.

„Schlichter haben das Wort“ hieß es groß auf der Ti­telseite des GDL-Magazins. Immerhin wissen wir, wo es ist, das Wort. Die Schlichter haben es sich geschnappt und halten es jetzt irgendwo gefangen.

Doch ohne uns fahren die Züge nicht! Da es um un­sere Arbeits- und Lebensbedingungen geht, müssen wir das Wort haben. Wir sollten uns das Wort neh­men, um darüber entscheiden zu können, wie wir ans Ziel gelangen und welche Mittel wir einsetzen.


Marx
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