Revolutionär Sozialistische Organisation

Achter März – Der Kampf geht weiter

Donnerstag 9. März 2017

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Der Zugfunke - 9. März 2017
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Ab jetzt intelligent

Auf dem Bahnhof Südkreuz soll noch in diesem Jahr wegen angeblicher Terrorbekämpfung und besserem Wohlfühlklima auf Bahnsteigen neue Videoüberwachung installiert werden, die bestimmte Gefahren und Gesichter automatisch erkennen soll; herumstehende Koffer, Menschen, die wiederholt auf den Bahnsteigen rumstromern, wie zum Beispiel Lokführer, Zugbegleiter, Reinigung…

Kollegen, die wegen Ablöse immer wieder im Kamerabild auftauchen. Kleine Pulks mit einheitlicher anonymer Kleidung und dicken Rucksäcken, die sich wegen Betriebsstörung zusammenrotten. Da könnte so eine intelligente Kamera auf dumme Gedanken kommen.

Bombardier: Investition in Stellenabbau

Seit einem Jahr schüttelt das Management alle Standorte durch und wedelt einen Stellenabbau nach dem anderen durch, als ginge es darum, ein paar Fusseln und nicht Menschen, zu entsorgen.

Für Hennigsdorf lässt das Unternehmen nur nach und nach die Katze aus dem Sack: hunderte Stellen sollen gestrichen werden; die Serienfertigung soll nach Bautzen gehen. Nichts genaues wissen die Hennigsdorfer nicht. Aber sicher ist, dass das Management sie die letzten Jahre gerne und gut ausgebeutet hat und jetzt auf die Straße schmeißen will. Deshalb ist der Ärger auch so groß und mehrere Tausend Kollegen haben letztens protestiert. Das Management ist sich einig gegen die Arbeitenden; die Kollegen aller Standorte brauchen dieselbe Einigkeit im Kampf um ihre Arbeitsplätze.

Wo landet der Pilot?

Mal wieder läuft ein Pilotprojekt mit Workshops. Diesmal zu Pausen an Endbahnhöfen. Könnte toll werden: mehr Unterbrechungen zum entspannen, duftende gemütliche Pausenräume… Nur, wenn die S-Bahn solche workshops ansetzt, sind Fragen vorprogrammiert. Wir das zur Teilung der Pause in 2x15 min führen? Wo bleibt da der Erholfaktor? Könnten Früh- und Spätdienste ausgeweitet werden und Tagschichtniveau erreichen? Die Ziele der Bahn und unsere enden an entgegengesetzten Bahnhöfen.

Trittstufe die zweite

Wegen eines Unfalls auf der Stadtbahn fährt die S-Bahn morgens nicht. Also strömt in Ostbahnhof alles in den kleinen Talent von Regio. Es wird gequetscht und gedrängelt, gefühlt dauert es ewig. Irgendwann fährt der Zug ab und beschädigt den Bahnsteig.

Wir wissen nicht genau, was passiert ist. Für den Ausbildungslokführer gab es bisher keine Konsequenzen, auch wenn „normale“ Lokführer schon wegen ganz anderer Sachen aus dem Fahrdienst genommen wurden. Und sei es nur die Einhaltung der tariflichen Regelungen wie Pause im Pausenraum. Wer Dienst nach Vorschrift macht, der bekommt Ärger, wenn Ausbilder gebraucht werden, drückt man ein Auge zu. Ganz wie die Chefetage es gerade braucht. Uns in zwei Lager zu spalten, das ist als Unternehmer immer eine gute Option.

Big Bosses are watching you

Bei den vielen Bauformen müssen miserable Schulungen und die Menge an Weisungen dazu führen, dass Fehler passieren. Das nimmt das Management in Kauf, weil die Schuld doch ganz elegant dem verunsicherten Kollegen in die Schuhe geschoben werden kann.

Konkret hat wohl ein Zugbegleiter die Trittstufen an einem Umbau-Dosto eingeschaltet, ohne dies mit dem Tf abzustimmen. Am nächsten Bahnsteig war jedenfalls das Malheur dann passiert. Um dem „Täter“ seine Tat dann auch nachweisen zu können, wurde angeordnet die Videoaufzeichnung auszuwerten.

Da bestätigt sich wieder mal unser ungutes Gefühl, dass uns seit der Einführung der Videoüberwachung nicht loslässt. Die offizielle Begründung soll uns mehr Sicherheit vorgaukeln um die Doppelbesetzung auf den Zügen „überflüssig“ zu machen. Doch dann wird es noch gegen uns gerichtet, um uns permanent ausspionieren zu können!

Türkei-Deutschland: „dramatische Zuspitzung“ oder Wahlkampftheater?

Durch Behördenentscheidungen wurden letzte Woche mehrere Veranstaltungen türkischer Politiker in Deutschland untersagt. Der türkische Präsident Erdogan antwortete: „Ich habe gedacht, der Nationalsozialismus in Deutschland ist vorbei, aber er geht noch immer weiter“.

Die Aussage ist lächerlich. Dafür ist aber die Heuchelei von Merkel noch bemerkenswerter.

Merkel wiederholt gerne, dass sie die Meinungsfreiheit in der Türkei und die „Vielfalt der Gesellschaft“ im Herzen trage. Doch 2015 verhandelte sie mit demselben Erdogan ihren Flüchtlingsdeal ohne Rücksicht auf die Menschen, die unter Repression in der Türkei leiden. Innerhalb der letzten Jahre sind dorthin viel mehr Flüchtlinge als nach Deutschland gekommen. Manch­mal zu 8 in einem Zimmer zusammengepfercht, werden sie als Arbeiter wie Sklaven behandelt. Dies ist aber Merkel egal: Gegen ein paar Milliarden der EU (die nie ganz bezahlt wurden) soll Erdogan als Gefängniswärter die Grenze Europas bewachen.

Merkel und Erdogan versuchen ihre Bevölkerungen hinter sich zu bringen und gegeneinander aufzustacheln, da sie beide im Wahlkampf sind. Doch wir Arbeitende haben unabhängig von Nationalität die gleichen Interessen gegenüber den Chefs. Lassen wir uns nicht von den Machenschaften der Politiker_innen spalten! Unter uns keine Mauern, und zwischen den Ländern offene Grenzen!


Marx
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