Revolutionär Sozialistische Organisation

Zwischen uns keine Mauern!

Donnerstag 23. März 2017

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Der Zugfunke - 23. März 2017
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Können wir noch darüber abstimmen?

Die Tarifrunden wurden für beendet erklärt. Nur, man sucht die Verbesserungen, blättert und fragt sich, was bei den geheimnisvollen Verhandlungen rausgekommen ist. Was man lesen kann, versteht man kaum, was man nicht weiß sind die Punkte, die vielleicht erst später rauskommen. Und was man versteht, ist nicht das, was wir gefordert hatten. Einiges, was mit den Schichtplänen zu tun hat, klingt schlechter, als was wir heute haben. Unsere Forderungen waren klar… die Eile jetzt verhindert, dass wir uns alle ein Bild machen und darüber abstimmen können.

Warum kommen am Ende von Verhandlungen nie die Regelungen offen auf den Tisch und bleibt Zeit, dass wir uns klar werden können, was die Abschlüsse konkret an Arbeitszeitverbesserungen und Entlastung bringen sollen?

So ist es für uns Lotterie. Je mehr erklärt wird, alles sei super, umso größer die Skepsis.

Eine Frage der Machtmittel

Die Stunde Arbeitszeitverkürzung, die in den GDL- und EVG-Tarifverträgen verwurstet wurde, hatten wir im vorletzten Jahr durch Streiks erkämpft – nicht durch Betteln und den Mund spitzen, sondern mit der Macht der Masse im Streik.

Diesmal hat die DB darauf gesetzt, dass unter Drohung des Tarifeinheitsgesetzes der GDL-Vorstand nicht zu Streiks aufruft. Natürlich wollen die nicht, denn das Spielfeld des Konzerns ist der Verhandlungstisch, unser Spielfeld ist der Bahnsteig. Ohne Dampf des Streiks kriegen wir nicht, was wir wollen und bleiben weit hinter unseren Forderungen zurück.

Sag mir wo du stehst...

Bei Regio soll es am ersten April losgehen. Schichtbeginn an den neuen Dienst-Antritts-Punkten. Zum Beispiel in Ostbahnhof stehen wir dann im Tunnel zu den Bahnsteigen und arbeiten die Weisungen ab, lesen den Dienstauftragszettel, rufen die La auf, sortieren mögliche Fahrpläne und informieren uns über die Folgeschichten... Da heißt es sich arg auf die Sache konzentrieren, denn diese Arbeiten sind sicherheitsrelevant und sollen in 3 Minuten unter vollem Kundenkontakt ablaufen!!! Na wenn sich das Management da nicht mal verspekuliert hat.

Geschnitten haben sie sich scheinbar schon bei der Annahme, dass sich kaum ein Tf der privaten Nutzung dieser elektronischen Wundergeräte verschließen könnte. Wenn man sich umhört, sind es doch eine Menge Kollegen, die es ablehnen den „Androiden“ mit nach Hause zu nehmen und da auch noch zu laden.

Sand im Getriebe

Immer wieder fallen Züge bei der S-Bahn aus und man versteht nicht mehr, was da eigentlich abgeht. Jeder Bereich wird optimiert und soll für sich denken, es wird abgespalten, die Zugbereitstellung macht ihrs, Werkstatt für sich, Lokführer haben keine Zeit mehr, alles aufzuschreiben, die Geschäftsführung schiebt alles auf die Abteilungen, die kriegen neue Führerchen… am Ende knackt und knirscht es überall. Mit diesem System haben systematisch wir den Stress.

Bildung is aus?!

Die Durchfallquote bei der S-Bahn ist viel zu hoch. Die Theorie wurde ausgelagert, Ausbildungslokführer kriegen keine Zeit, kein Ausbildungskonzept und kein Material. Durchwurschteln und sparen sind oberste Direktive. Als Ausbildungslokführer versucht man noch das Beste, aber fühlt sich verheizt.

Wir brauchen dringend Kollegen und das heißt auch, wir brauchen eine gute Ausbildung!

Nur eine Frage der Einstellung

In der DB-Bild wurden die neuen Konzerngrundsätze bekanntgegeben. Nach denen darf es keine „Dienst-nach-Vorschrift“-Mentalität mehr geben! Also wenn irgend so ein Quälgeist mit Schlips meint, z. B. bei Begleitfahrten, unbequeme Fachfragen stellen zu müssen, dann sollten wir nach dessen Einstellung zum Unternehmen fragen und dass wir uns um die berufliche Zukunft ernsthaft sorgen.

Wer ist hier der Boss?

Die S-Bahn verkauft die neuen Arbeitsgebietsleiter und Transportkontrolleure als Maßnahme aus der Belastungsstudie: Ansprechpartner vor Ort, damit es uns besser gehen soll. Sicher ist nicht deren Aufgabe, uns besser zu informieren, damit wir wissen, wohin der Hase läuft. S-Bahn hat diese Funktionen geschaffen, um uns rund um die Uhr zu kontrollieren. Entlastung und Freude bei den Schichten? Könnte eng werden...

Die einen arbeiten, die andern sahnen ab

Das sind die Gewinnzahlen der DB: 2 Milliarden Betriebsgewinn und nach Abschreibungen etc. immer noch 716 Mio. € Reingewinn. Das passt zur Gesamtlage der deutschen Konzerne: Fast 32 Mrd. € schütteten die DAX-Konzerne an Aktionäre als Dividende aus – soviel wie nie zuvor!


Marx
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