Revolutionär Sozialistische Organisation

Arbeit der Zukunft?

Montag 8. Mai 2017

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Der Zugfunke - 4. Mai 2017

Durch zwei geteilt macht noch keine Pause

Eines der großen Themen bei der S-Bahn sind die fehlenden Unterbrechungen, damit man mal durchatmen und aufs Klo gehen kann. Die S-Bahn-Chefs präsentieren nun neblig „Verbesserungen“ durch eine neue Springerwende. Dazu gehört, dass es zwar mehr Kurzpausen an Endhaltestellen geben soll, dafür verschwinden aber die längeren Pausen in der Schicht. Das neue Arbeitszeiterlebnis ist demnächst für die S7 und die S46 angedroht

Also ist künftig Zeit zum Pullern, aber nicht mehr zum Essen. Das war zu erwarten.

Respekt vor den physischen Bedürfnissen eines arbeitenden Menschen ist nicht die Stärke der Chef­etagen.

Nicht nur Krümel umverteilen, der Pausen-Kuchen muss größer werden

Die S-Bahn-Leitung redet sich damit raus, dass eine „engagierte Projektgruppe“ aus echten Menschen an der „Springerwende“ mitgebastelt hätte.

Ja, die Chefs lieben diese Arbeitsgruppen, versuchen sie sich doch dahinter zu verstecken und tun so, als wäre alles ganz demokratisch gelaufen. Aber die x-te Projektgruppe kann nix bringen, wenn die Geschäftsleitung die Hand auf dem Kuchen hält und in erster Linie darauf schielt, uns noch effektiver an die Züge zu ketten.

Lassen wir die Geschäftsleitung kollektiv wissen, was wir von den Kurzpausenplänen halten. Was wir brauchen sind mehr Pausen überhaupt, kurze und lange und bezahlt!

Ausgelagertes Risiko

Kürzlich gab es Zoff, als sich bemerkbar machte, dass die Vorschriften zu den Befehlen bei S-Bahn einerseits und Fahrdienstleitern andererseits nicht zusammenpassen. Während für Tfs klar ist, dass der Standort gemeldet und aufgeschrieben werden muss, ist das bei den FDL nicht zwingend.

Ein Kompetenzgerangel, das auf Kosten der Sicherheit geht und ein Risiko für uns bedeutet: Wenn dann mal was schief geht und der Staatsanwalt uns fragt... sind die doch so oft von Sicherheit quatschenden Chefs wieder fein raus.

Alter Urlaub

Wer von uns sorgfältig alte Unterlagen weggeheftet hat, sollte sich die Schreiben zum Urlaub mal genauer ansehen. 1990 wurde auf Grund einer Festlegung aus der RbD der Urlaub der Lokführer, die zu diesem Zeitpunkt 5 Jahre bei der DR waren (Lehre eingeschlossen) auf 36 Tage festgelegt. Da fragt man sich, wann sie uns die Tage klammheimlich gemopst haben? Und wie diese „Behördenbahn“ ganz ohne Mitarbeiter­befragungen, Belastungsstudien und Tarifauseinandersetzungen auf diese doch angemessene Zahl gekommen ist?

Tja werden die Chefs sagen: Wir sind nicht mehr im Sozialismus! Den gab es in der DDR zwar auch nicht – aber es war wohl doch noch ein Stück weit sozialer als die Halsabschneider in den heutigen Chefetagen?

Alternativlos?

Kaum ist der LfTV unterschrieben, wird versucht diesen bei Cargo zu unterlaufen. Gerade da, wo die Regelungen zu den Dispo-Blöcken die meiste Wirkung zum Vorteil der Tfs entfalten können.

Mit dem Segen des Gesamtbetriebsrats soll eine erneute „unabhängige“ Belastungsstudie nun beweisen, das unsere Forderungen völlig falsch waren. Warum lassen sich „Arbeitnehmervertreter“ zu solchen Aktionen hinreißen? Vielleicht weil sie die kapitalistische Ausbeutungslogik als alternativlos sehen und selbst zu weit weg sind von denen, die sie vertreten sollen. Klar kann man diese Gewerkschaftsbürokraten anschwärzen, weil sie sich zu Helfern der DB machen, aber die Ursache des Problems ist die DB selbst.

Die wievielte Sparmaßnahme trifft die Kollegen von Cargo inzwischen? Keine hat wirklich etwas verbessern können. Sollte sie vielleicht auch gar nicht. Wir sollten uns an alle Kollegen wenden und zusammenhalten, anstatt uns nach Gewerkschaftszugehörigkeit spalten zu lassen. Das könnte auch ein Signal an die vielen Kollegen sein, die bei den privaten Ausbeutern von Hotel zu Hotel gurken, dass sich nur gemeinsam Verbesserungen durchsetzen lassen.

Zumutung zurückgewiesen

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia ist seit Jahren in der Krise und mal wieder sollte die auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Die Gewerkschaften hatten einen neuen „Sanierungsplan“ ausgehandelt, der die Streichung von 1700 Stellen (15  % der Beschäftigten!) und eine 8-prozentige Lohnsenkung vorsah. Auch dieser Plan wurde mal wieder als alternativlos dargestellt.

Doch bei einer Urabstimmung wurde er deutlich von zwei Dritteln der Belegschaft abgelehnt. Beim „fliegenden“ Personal waren sogar fast 90 % dagegen. Damit sind die Verschlechterungen erstmal vom Tisch. Aber die Kolleg_innen werden weiter kämpfen müssen, damit am Ende die Aktionäre für die Krise zahlen und nicht die Arbeitenden.

Ersatzlos

Ist euch schon mal aufgefallen, wie viele Züge bei Regio so einfach ausfallen? Die Reisenden werden einfach auf den Folgetakt verwiesen. Fertig! Wenn eine Linie mit einem 2-Stunden-Takt betroffen ist, dann prost Mahlzeit für das Zugpersonal. Und das soll weiter funktionieren, als wenn alles in Butter wäre. Dabei ist noch nicht mal Sommer!


Marx
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