Revolutionär Sozialistische Organisation

Trump und Merkel: Zwei Gesichter desselben Systems

Donnerstag 1. Juni 2017

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Der Zugfunke - 1. Juni 2017
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Sie sind wieder da

2018 geht’s wieder los mit den Ausschreibungen. Die Fundamentalisten aus den Chefetagen drehen schon wieder an der Uhr und beschwören die Kolle­ gen bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass es gar keine andere Möglichkeit gäbe, als dass die Kos­ ten­ schraube beim produzierenden Personal noch straffer angezogen werden muss, um „unsere“ Arbeitsplätze zu retten.

Wie könnte so ein Horrorkatalog aussehen? Pauschalen kürzen, geplante Pausen auf dem Zug, Pausen noch mehr in kleine Häppchen zerhacken, damit sie perfekt in die Wendezeiten passen…? Die Idee, dass das Zugpersonal die WCs selbst entsorgt. Vielleicht sollen wir den Mist auch noch mit nach Hause nehmen und ins private Klo schüt­ten?! Genau dahin gehören die Sparideen aus der Chefetage.

Keine Zeit für Tätigkeit

TUs werden oft dazu benutzt, die Arbeitszeit ohne Arbeitsschutzpause zu verlängern, während wir immer mehr Dinge in den TUs abarbeiten sollen. Das Arbeitszeitgesetz kennt nur Pause oder Arbeit. Also müsste eine solche TU den gleichen Charakter wie eine „echte“ Arbeitsschutzpause haben. Ein lauschiger Pausenraum mit Obstteller. Keine nervi­ gen Telefonate. Kein blinkendes Tablet… und wir müssen uns frei bewegen dürfen. Mit der TU und Arbeitsbereitschaft darf nicht mehr hin und her geschummelt werden, um entweder die Schichten über­ haupt fahrbar zu machen oder möglichst viel Pau­ sen­ abzug hinzubekommen!

Universalverbrecher

Da wird in FPLO-Schichten, die über ein Jahr ge­ plant sind, keine Pause eingebaut. Pullern könnte man ja in den 10 Minuten am Bahnsteig auf der Bordtoilette. Und das bei Schichten von 4:00-16:00! Die Begründung: Es ginge nicht anders und zusätz­ liches Personal zum Ablösen wäre zu teuer oder nicht vorhanden. Könnte von den Chefs bei Regio stammen! Oder der ODEG? Neee, das betrifft die Kollegen von der NEB auf der RB12! Aber zuzutrauen wäre es den Optimierern bei uns genauso. Die Arbeiten alle mit dem gleichen Hand­ buch und kommen auf die gleichen Schweinereien.

Bahn kann funktionieren

Wie am Schnürchen fuhren die vollen Züge Kirchentagsbesucher von Berlin nach Wittenberg. Alles, woran es im Alltag hapert, war plötzlich möglich. Zusätzliche Züge wurden hergeholt und „Sonntagsfahrer“ eingesetzt, die sonst nur noch am Schreibtisch sitzen. Da sieht man mal, was mehr Personal bewirken könnte – immer, und nicht nur wenn Gott nen Sonderauftrag gibt!

Ringelpiez

Und wieder ist der Reigen eröffnet. Da Cottbus scheinbar zu viele Zubis hat und Berlin zu wenig, soll zwangsversetzt werden. Minusstunden im unteren vierstelligen Bereich sollen im Cottbusser Regio­ standort angefallen sein. Warum bleiben dann so oft Schichten im Cottbusser Bereich unbesetzt und müssen über kurzfristige Versetzungen abge­ fan­ gen werden? Stimmt etwa die ganze Personal­ planung vorne und hinten nicht? Arbeit soll auch nicht verschoben werden, weil es ja zu uneffizient wäre. Mit Sicherheit machen wir bei einer Verset­ zung richtig Miese. Und das können wir uns nicht leisten. Sollen sie sich einen Kopp machen. Für Fahrten im Personal-Karussell ist uns unsere Freizeit zu schade.

Sommer – Kein Grund für Beziehungskrise

Woran erkennt man, dass ein Tf eher neu bei uns ist? Es gibt Aufregung wegen der Züge, die wegen Überhitzung im Sommer schlappmachen. Bei den „älteren“ hat sich längst eine gewisse Abgebrühtheit breit gemacht. Eine S46 steht in Treptower Park und keiner merkt‘s… Auch eine Management-Methode, die Methode hat.

Arbeitszeit flexibilisieren - auch nicht so einfach

Die S-Bahn-Chefs sind ganz geschockt und wissen nicht, was sie machen sollen: Die Software hat Probleme, die neuen Regelungen im BuRa-ZugTV zur 48 Stunden-Ruhe nach einer Arbeitsphase von 120 Stunden bzw. 40 Stunden Arbeit umzusetzen. Ach herrje! Die kann nicht bis 120 zählen? Dann machen wir’s doch einfach: 5 Tage arbeiten, 2 Tage frei! Damit hat die Software bestimmt kein Problem…

Von der Besenkammer zum Pausenraum

Steht ein Tf zwischen Scheuermilch und Besen und macht was? Der springt! So der Plan der S-Bahn-Führungsriege zu den neuen Springerwenden. Nicht nur sollen die längeren Pausen wegfallen und zerstückelt werden. Abstellräume der Reinigungskollegen werden umfunktioniert, entgegen der Vorschrift. Lassen wir die Kreativen aus der Chefetage wissen, dass wir diesen Plan jetzt schon bescheuert finden.

Geld oder Leben

Beinahe 80  % der Tf bei der S-Bahn haben sich für mehr Urlaub statt Lohnerhöhung entschieden. Na dann freuen wir uns auf neue junge Gesichter, die sicher eingestellt werden, damit der Betrieb nicht zusammenbricht, wenn wir unseren Urlaub auch tatsächlich nehmen. Neue Kollegen, das ist super, wir reden ja jetzt schon nur noch über unsere Krankheiten und Schlafstörungen...


Marx
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