Revolutionär Sozialistische Organisation

Wahlkampfversprechen... und wie wir etwas erreichen!

Freitag 16. Juni 2017

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Der Zugfunke - 15. Juni 2017
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Zartbitter

Durch das Verabreichen von Schokolade wollte Regio die durch Zugausfälle gebeutelten Fahrgäste auf dem RE6 gnädig stimmen. Nur geschah dies auf den am dünnsten frequentierten Streckenabschnitten, so dass Unmengen davon übrig blieben. Die für die Aktion angeheuerten Studenten mussten die Dickmacher aber unbedingt los werden und flehten die ausgemergelten Bahner an, ihren Ernährungsplan aufzugeben und wenigstens einige „Pralinen“ untereinander aufzuteilen. Ein Typ aus der Führungsetage dieser Abteilung, die den Fahrgästen das eingebrockt hat, zeigte sich wenig erfreut. Denn es sollte doch für die Fahrgäste sein! Aber die wollen keine Schokolade, sondern einen Zug! Mit dem man verreisen und wieder nach Hause kommen kann…

Das Sofa zum Tablet

Während wir in der Unterführung auf dem Tablet zu Schichtbeginn rumdrücken, erwischt sich so mancher bei dem Gedanken: Wann schieben sie noch das Sofa aus dem Pausenraum hierher, sodass wir die Pause auch noch hier verbringen sollen?

Aber die Chefetage sollte nicht mal im Entferntesten daran denken! Und sie sollten sich nicht wundern über die hohe Streikbeteiligung bei nächster Gelegenheit.

Raupe Nimmersatt

Das Tablet wurde bei Regio mit dem Argument unter die Leute gebracht, dass dadurch erhebliche Kosten eingespart würden und dies ein wichtiger Schritt zum Erhalt unserer Arbeitsplätze wäre. Nun stellt sich heraus, dass die kalkulierte Ersparnis nicht erreicht wird und dass es sogar teurer ist, als wenn alles beim Alten geblieben wäre. Die Rechnung hat von Anfang an nicht gestimmt!

Die Chefetage wird nun versuchen, ein Szenario aus lauter „Zwängen“ zu zeichnen, um das Tablet – da es ja nun mal da ist – auf die Erfolgsspur zu bringen.

Mit der arglistigen Täuschung wurden Tatsachen geschaffen, um dem unersättlichen Konzern auf unsere Kosten Gewinne in die Kasse zu spülen.

Personalüberschuss

Im Mitarbeiterdialog können die Kollegen des Prignitzexpress in Neuruppin nun ihre Sorgen, Nöte und auch Anregungen mit der Leitung teilen. Der Leitung geht es wohl hauptsächlich um Anregungen von den Praktikern, denn sie haben den Karren so richtig in den Dreck gefahren und sind mit ihrem Latein am Ende. Irgendwie haben wir das Gefühl, wir sollen ihnen jetzt den A… retten. Warum sollen wir uns mit deren Rumgefrage nerven, wenn die überflüssige Managerbande das Naheliegende sowieso nicht tut: Leute einstellen und bei den Zügen nicht ständig an der Sparschraube drehn…

Kaffee ohne Grenze

Und was Gutes: In Südkreuz sind Bahner im Pausenraum wieder vereint. Regio, Fernverkehr, S-Bahn zusammen... Gut so. Wenn der nächste Streik ansteht, dann sind wir schon darin geübt, zusammenzuhalten und uns nicht von den künstlichen Bahngrenzen auseinander dividieren zu lassen.

Fertig machen zum Ärgern

Da besitzt doch so ein popliger Lokführer die Frechheit auf der „Königslinie“ von DB Regio (RE1) kurz vor Feierabend eine Auszeit zu nehmen und eine knappe halbe Stunde den Zug stehen zu lassen. Nur um mal auf dem Bahnsteig wegen ausgefallener Klimaanlage frische Luft zu schnappen und so den Zug sicher weiter befördern zu können.

Immer wenn sich diese Geschichte erzählt wird, huscht ein kleines Grinsen über die Gesichter. Man muss sich nicht alles gefallen lassen. Und die schnieken Schlipsträger können noch so toben, gegen den „Ungehorsam“ ist nichts machen.

Übrigens war die Klimaanlage schon den dritten Tag kaputt. Und das sind Arbeitsbedingungen die wir ziemlich oft vorfinden. Frech kommt weiter! Und kollektive Frechheit noch mehr.

Wie viel Test geht noch?

Mit der „Einrichtung“ des neuen „Pausenraumes“ zur Springerwende in KW gibt die S-Bahn einen tiefen Einblick, was sie für unsere Grundbedürfnisse für ausreichend hält. Während die Bahn an anderer Stelle Millionen um sich schmeißt, wird bei den Pausenräumen centgenau kalkuliert. Gemütlich Tisch und Stühle für alle? Nicht doch.

Während der „Testphase“ gibt’s nur nen Testraum mit testweisem spartanischen Mobiliar und Essen im Liegen (soll man nicht testen, sagt nicht nur Mutti). Könnte es sein, dass die S-Bahn uns das Gefühl eintrichtern will, auf‘m Führerstand ist‘s immer noch am besten…? Wir wissen, dass so ein „Test“ bei der Bahn ziemlich lange dauern kann, wenn er sich erstmal eingeschliffen hat.

Aber es ist kein Test erforderlich um zu wissen, dass wir ordentliche Räume brauchen und echte Pausen mit Erholungswert. Die geplante Springerwende ist das Gegenteil davon.

Vorsicht: S-Bahn auf Kaffeefahrt

Nachdem die Betriebsvereinbarungen zu Arbeitszeit und Tablet unterschrieben sind, lässt es sich die Chefetage nicht nehmen, auf Werbetour zu gehen. Scheinen sie nötig haben. Alles nur schick, wird uns erzählt. Und schwuppdiwupp hat man statt des versprochenen 24-teiligen Haushaltssets nur ne Streichholzschachtel mit Heizdecke auf‘m Schoß… aber ganz so senil sind wie noch nicht, um auf überteuerte Kaffeefahrtspräsente reinzufallen.

Einfach mal die Klappe halten

Da mistet sich also Ex-Berlin-Senator Nussbaum ganz gepflegt in der BZ über den Streik der Charité-Krankenhaus-Tochter CFM aus. Streik im Gesundheitswesen ginge gar nicht, da würden Gelder verschwendet, die den Patienten zustünden. Der feine Herr hat offenbar verdrängt, dass er jahrelang auf dem Geld gesessen hat, das Personal und Patienten dringend gebraucht hätten und er die heutige Situation mit herbeigeführt hat. Stattdessen hat er die Millionen lieber in "den leisesten Flughafen der Welt" versenkt. Er sollte lieber die Klappe halten und sich schämen gehen.


Marx
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