Revolutionär Sozialistische Organisation

Todesursache: Armut & Profitgier

Donnerstag 29. Juni 2017

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Der Zugfunke - 29. Juni 2017
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Schlaf auf offener Strecke

Ein Tf von Freightliner ist neulich eingeschlafen... und war weder über Funk, noch über Handy zu wecken! Das wundert einen nicht mehr. Schon vor einem Jahr berichtete ein Privatbahner dem NDR: „Das längste, was ich gefahren bin, waren 15 Stunden. Am Stück. Also ohne jetzt die Lok zu verlassen.“ Ein Spruch im Kampf um Belastungssenkung war: „Züge streiken, wenn sie kaputt sind. Wir streiken vorher.“ Nach wie vor dringend nötig – Privatbahnen und DB gemeinsam!

Mehr Signalüberfahrten, mehr Aushänge

Die S-Bahn hat Probleme, Lehrführer ranzukriegen. Logisch, wenn man sich dann irgendwas zurechtzimmern muss, aber ja nicht auf Unterstützung hoffen darf. So bleiben die Neuen auf ihrer Ausbildung sitzen. Kein Wunder, dass dann die Probleme mit Signalüberfahrten kommen. Und dazu die steigende Belastung.

Und was tut die S-Bahn: noch mehr Aushänge. Doch Aushänge senken die Belastung nicht!

Abgasskandal nun auch bei Regio

Die Fahrzeugsituation bei Regio ist so prekär, dass Leistungen ersatzweise mit 628ern abgefahren werden müssen, die eigentlich schon lange verschrottet oder nach Polen verkauft sein sollten.

Die Bahn, die in den bunten Zeitungen so auf ihr Öko-Image pocht, fährt also mit Diesel hunderte Kilometer unter dem Fahrdraht. Hauptsache der Laden brummt.

Mal abgesehen davon, macht es Spaß, mal wieder mit einem soliden Fahrzeug zu fahren. Und vor allem, es verbraucht kein Strom!! Voll energiesparend...

Cargo schon abgewickelt?

In einigen Gegenden stehen Güterzüge im unteren zweistelligen Bereich abgebügelt oder schon ohne Lok seit mehreren Tagen rum. Könnte das an der neuen „Offensive“ der Start-Ziel Betreuung liegen? Denn es läuft im Moment alles kreuz und quer durch die neue Aufteilung der Zuständigkeiten. Die Tfs von Cargo ha­ben den Eindruck, dass die DB den permanent kaputtgesparten Bereich nun endgültig an die Wand fahren will. So dass es zu einem Ausverkauf gar keine Alternative mehr gäbe?

Erpresserbrief

Kaum ist die Tinte unter dem Tarifvertrag trocken, kom­men bei der S-Bahn die Wünsche: die Fahrbetriebsleitung ließ uns per Brief wissen, dass die 120/40-Regelung Nachteile für uns bringen würde, wenn sich das Unternehmen wirklich daran halten soll. Schichten und Ruhen müssten umgeplant werden usw. Das wäre doch blöd. Deshalb sollten wir pauschal auf die Tarifregelung auf dem beigefügten Persilschein… ähhh Vordruck verzichten.

Oft hinkt die S-Bahn den Ereignissen hinterher. Aber wenn es darum geht, die wenigen entlastenden Maß­nahmen zurückzudrehen, ist sie vorne dabei! Wir ha­ben auch ein paar Wünsche, die bei den Tarifverhand­lungen offen geblieben sind und hätten ganz voraus­schauend auch einen Vordruck parat…

Wie zu erwarten…

Das Unwesen Disposchichten kennt das Fahrpersonal schon länger. Nun soll versucht werden, auch in den Werkstätten mit Disposchichten je nach Fahrzeug-, Er­satzteilverfügbarkeit und Platz in der Werkstatt BLO schön flexibel zu arbeiten.

Und dann dazu das Gequatsche der Chefs: Wir sitzen alle im selben Boot. Und wenn der Kahn erst mal eine Leck hat, bekommen alle die Brühe ab. Nur die Fettau­gen, die schwimmen immer oben. Also gar nicht erst anfangen mit dem Dispokram. Es darf nicht unser Problem sein, dass zu wenig Reser­ven vorgehalten werden und dadurch die Arbeit nicht in den festen Schichten abgearbeitet werden kann.

Ausgesessen

Nach den nichtendenwollenden Problemen mit den Tf-Sitzen mit den Talenten, ist das nächste Problemkind der 648 auf dem RE6 Netz. Dort sind die Stühle auf den Führerständen erst gar nicht einstellbar. Eigentlich kein Problem. Denn es gibt bessere auf den GTWs, von denen über die Hälfte nun abgestellt wer­den und schon sind. Also einfach umbauen??? Klingt zu einfach für Regio und muss deshalb schon scheitern. Denn Kollegen aus der Werkstatt werden bei Schichtantritt gefragt, ob sie nicht lieber nach Hause gehen wollen, weil keine Arbeit bzw. Ersatzteile verfügbar sind. Klar, die fehlenden Radsätze führen eventuell zum Ausfall von Zügen, aber einsatzbereite Züge nutzen auch nichts, wenn der Tf wegen kaputtem Rücken nicht kommen kann. Und man sieht, was un­sere Gesundheit in dem Laden wert ist.

Anlagebetrüger unterwegs

Zylka wollte uns auf der Betriebsversammlung überre­den, Überstunden auf Langzeitkonten anzulegen. 10 Euro sollen das versüßen. So wird unsere Lebenszeit in Geld umgerechnet... Aber hey, wir brauchen Entlas­tung hier und heute! Zeit für uns und unsere Familien jetzt und nicht in 20 Jahren. Solche langfristigen „An­lagen“ sind hochriskant, wie Börsianer wissen...

Schulz oder Merkel, wirklich?

Beim Parteitag der SPD letztens hat Schulz mühsam versucht, sich von Merkel zu distanzieren. Will er uns vergessen lassen, dass seine Partei für die aktuelle Situation nicht weniger als Merkel verantwortlich ist?

Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung gehö­ren "Minijobs, lange Phasen der Erwerbslosigkeit und niedrige Löhne" für immer mehr Arbeitnehmer "mittler­weile zum Alltag". Das führt dazu, dass die Altersarmut in Deutschland weiter steigen wird, besonders für Frauen. Darum macht sich aber Merkel keine Sorgen, Altersarmut ist ihr Wurst: ohne Reform werden die Renten niedrig bleiben, aber vor einer Woche beim Tag der Deutschen Industrie verkündete sie, sie sehe kei­nen Grund für eine Rentenreform! Schulz oder Merkel – das kann für uns keine ernste Frage sein. Die Demonstration nächste Woche gegen den G20-Gipfel in Hamburg wird sicher spannendere Debatten bringen als ihr läppischer Wahlkampf!


Marx
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