Revolutionär Sozialistische Organisation

Sicherheit? Für wen denn, bitte?

Donnerstag 7. September 2017

Es wird konkret!

Die Charité und CFM haben uns den ganzen Sommer lang auf die Folter gespannt: Was erwartet uns für das karibische Mitarbeiterfest außer gut gelaunte Chefs und Plastikpalmen? Und endlich haben sie das Geheimnis gelüftet! Geplant sind Surfsimulatoren, ein Selfie-Automat, Kinderschminken und sogar einen Ukulele-Spieler und Hula-Tänzer. Wahnsinn! Da könnten wir ja glatt vergessen, dass uns die Veranstalter die-ser Show eigentlich jeden Tag auf die Palme bringen!

Kennziffer PD-133.17

Nein, das ist nicht der Titel eines neuen Krimis sondern Frau Heepes personalisierte, öffentliche Stellenausschreibung zur Pflegedirektorin. Wie immer ist kein Hochschulabschluss für die PD Charité nötig (ist die Frage wie lange noch bis Frau H. ihren Master in Wirtschaftspsychologie erworben hat) und am besten sollte die oder der zukünftige schon alle „Stakeholder“ der Charité kennen. Ein Glück für die anderen Bewerber_innen, dass zumindest alle Unterlagen zurück gesendet werden, wenn ein ausreichend frankierter Rückumschlag beiliegt.

Immer wieder dieselbe Leier

Letzten Monat wurde ein Artikel veröffentlicht, in dem ein Patient Hygienemängel in der Charité ankreidet und sogar behauptet, seine entzündete OP Wunde kommt von diesen Zuständen. So etwas hören wir nicht zum ersten Mal und die Charité streitet dies wie immer ab. Und wie immer wurden dann etliche Hygieneleute herbestellt, die Mängel erkannten und die die Charité „natürlich“ alle beheben wird. Und wie immer bleiben die bröckelnden Decken oder die ungenügende Zeit zur Händedesinfektion, weil die nötigen Investitionen und das Personal fehlt.

Reißt euch mal zusammen

Vor dem Beitritt der Charité zum kommunalen Arbeitgeberverband verhandeln verdi und gkl über die Überleitungsbedingungen. Dabei macht die Charité durch immer neue Frechheiten – zum Beispiel Schichtpläne als Lückentext – immer wie-der klar, wie wichtig es ist, den Chefs auf die Finger zu sehen und klare Regelungen durchzusetzen. Doch das Studium der Wirtschaftspsychologie befähigt offenbar dazu, Gewerkschaften aufeinander zu hetzen und leider spielen sie diese mit.

Hallo Partner? – Na Dankeschön

Seit Jahr und Tag stehen wir im Konflikt um Besetzung und Arbeitsbedingungen mit Charité und CFM-Leitung. Jedes abgerungene Zugeständnis wird gleich wieder versucht, zu rela-tivieren oder unwirksam zu machen, sei es bei der Personalbesetzung oder bei der Bezahlung. Der Verdacht drängt sich auf, da könnte glatt ein gegensätzliches Interesse vorliegen. Die wollen „sparen bis es knirscht“ und wir wollen vernünftige Arbeit leisten können und angemessen dafür bezahlt werden. Unter diesen Bedingungen zur Personalversammlung des Klinik-PR mit dem Satz aufzurufen „Konflikte sind in den meisten Fällen das Resultat von missglückter Kommunikation“ ist dann doch etwas irritierend. Das ist ungefähr so, als würde Jogi Löw seine Mannschaft auffordern, im Interesse der Harmonie ausschließlich aufs eigene Tor zu ballern. Aber so funktioniert das Spiel nicht, kannste glauben.

Gemeinsam – besser als einsam

Kommt mal wieder ziemlich bekannt vor. Die Charité steht vorm Arbeitskampf – und bei der CFM ist scheinbar alles durch. Die Truppen in möglichst kleine Häufchen zersplittern und sich dann getrennt schlagen lassen – mit solchen Plänen wäre wohl jeder zu allen Zeiten durch die Leutnantsprüfung gerasselt. Warum machen wirs dann immer wieder?

Nichts dazu gelernt!

Kollatz Ahnen, Finanzsenator, sagt, dass die Charité es sich nicht leisten kann, alle CFM-KollegInnen nach dem TVÖD zu bezahlen. Ausgesprochen: Tarifvertrag Öffentlicher Dienst. Also ein Tarif zwischen zumeist staatlichen Institutionen und Gewerkschaften, der den Beschäftigten nicht ein Leben in Saus und Braus, sondern ein Leben in Würde und mit Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe sichern soll. Ein Ver-treter des selben Staates, genauer ein sozialdemokratischer Senator, hat nun die Frechheit zu behaupten, dass die im TVÖD ausgehandelten Löhne zu hoch seien und sich das Land Berlin eine tarifkonforme Bezahlung der CFMler nicht leisten kann. Dabei verweist er natürlich auf 60 Mrd. € Schulden Berlins. Die gleiche Summe, die der damalige Senat vor 2006 auch als Begründung verwandte, die CFM zu gründen und den Lohn der Beschäftigten nicht an einen Tarif zu bin-den. Diese Tatsache sollte doch erheblich die Gewissheit des Finanzsenators erschüttern, dass mit Lohneinsparungen der Landeshaushalt zu sanieren ist.

Und noch immer das alte Lied!

Dass die Charité Probleme hat, allen an der Gesundheitsver-sorgung Beteiligten, also auch den CFMlern, TVÖD-Löhne zu zahlen, liegt natürlich auch an der Finanzierung des Klinikbetriebes. Während private Klinikbetreiber dank DRGs immer mehr Geld aus dem System als Gewinne heraus ziehen, wird noch immer das Lied gesungen, dass weniger Personal für immer mehr Patient_innen und Dumpinglöhnen notwendig sind, um eine Kostensteigerung für den Betrieb der Kliniken bei Krankenkassen und Staat zu verhindern. Doch so alt die Weise auch ist, sie wird nicht wahrer, denn die Kosten der Kassen für den Betrieb von Kliniken steigen und steigen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Kliniken auch noch ab. Es handelt sich also weniger um einen Gassenhauer, sondern um ein Schlaflied, welches uns einschläfern und vergessen machen soll.

Lächeln!

Einhäupl, Frei, Heepe und Co laufen lächelnd durch die Charité. Lächelnd sitzen sie in den Verhandlungen zum Tarifver-trag Gesundheitsschutz. Lächelnd behaupten sie, erfahrene Kolleg_innen, wären ja durchaus ein Stück belastbarer als andere und sprechen auch den Erfahrenen gleichzeitig die Kompetenz ab, Gefährdungssituationen bereits zu erkennen bevor es zu einer Schädigung von Patient_innen oder Kolleg_innen kommt. Also vor dem Dienst. Sie lachen, wenn wir Besetzungsregeln von 1 zu 5 und 1 zu 2 oder auch nur eine schichtkonkrete Benennung der vorzuhaltenden examinierten Pflegekräfte einfordern. Sie brechen in Hohngelächter aus, wenn wir verlangen, dass Regelungen eines Vertrages einge-halten werden sollten und entsprechend Sanktionsmöglichkeiten bestehen müssen. Wir können und müssen noch viel dazu miteinander diskutieren! Das Lachen wird diesen Herrschaften aber erst vergehen, wenn die OPs stillstehen, wieder hunderte Betten kalt bleiben und wir diesmal mit den Kolleg_innen von Vivantes und anderen Kliniken unsere Forderungen her-aus schreien und lachend Heepe und Co vor die Tür setzen.


Vitamin C vom 07.09.2017

Marx
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