Revolutionär Sozialistische Organisation

Merkel - Und weiter so?

Donnerstag 5. Oktober 2017

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Der Zugfunke - 4. Oktober 2017
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Ohne Tritt marsch

Das Thema Trittstufen verfolgt uns bei Regio nun schon viele Jahre mal mehr, mal weniger. Jetzt ist wieder mehr angesagt, denn es ist nicht nur ein Tritt am Bahnsteig hängen geblieben. Bei dieser Sicherheitseinrichtung ist beispielhaft zu sehen, wie krank das Eisenbahnsystem funktioniert. Oder besser nicht? Unausgereifte Technik, etliche Versionen, unterschiedlichste Bahnsteighöhen, mal müssen sie aus, dann wieder eingeschaltet werden. Die Ausbildung auf das unmittelbar nötigste beschränkt… das kann nur zu Handlungsunsicherheiten führen.

Die zuständigen Bereiche in den Führungsetagen ziehen sich durch gegenseitige Schuldzuweisungen aus der Affäre. Und das ist so gewollt. Denn es ist für sie viel angenehmer, uns die Schuld in die Schuhe schieben zu können.

Ich sehe was, was du nicht siehst!

Es war vor nicht allzu langer Zeit, da wurde im Dienstunterricht auch immer über die Fahrzeugstörungen gesprochen. War ja auch sinnvoll, um zukünftig Fehler zu vermeiden. Dieses Kapitel scheint vorbei zu sein, weil es einfach zu viele sind. Außerdem soll eine Diskussion über die Ursachen vermieden werden, denn die könnte für die Gegenseite ziemlich ungemütlich werden. Aber vielleicht steht im BWL-Handbuch, dass Chefs nie Fehler machen und wenn welche da sind, dann niemals drüber sprechen. Dann sind sie gar nicht da. Nicht zu sehen. Einfach weg. Und wenn sie nicht da sind, dann gibt es die Erfolgsprämie noch heute.

Wie jedes Jahr einmaliges Sonderangebot

Letzte Woche beglückte uns die S-Bahn wieder mit einer „einmaligen Aktion“: zum Mega-Sonderpreis bietet man uns den Abkauf unserer Überstunden an. Mit 10  € Aufschlag wird der Ausverkauf versüßt. Die S-Bahn hat es eilig, zum Jahresende die Bilanz zu bereinigen. Für die Chefs lohnt sich das. Und für uns? Wer so viele Überstunden hat, dass der Abkauf spürbar Geld bringen würde, der braucht erst Recht Freizeitausgleich!

Elefantenhochzeit

Letzte Woche haben Siemens und Alstom angekündigt, ihre Bahnsparten zu fusionieren. Wie immer bei solchen Mega-Deals flöten die Vorstände, dass die Arbeitsplätze sicher seien und die Beschäftigten keine Nachteile erleiden würden. Aber natürlich geht es bei diesem Deal darum, auf dem Rücken der Arbeitenden zu sparen und die Renditen zu steigern. Der neue Bahntechnik-Konzern soll innerhalb von sechs Jahren den Umsatz von 15 auf 20 Mrd. und die Umsatzrendite von etwa 8  % auf 11-14  % erhöhen… und damit gegen den chinesischen Konkurrenten CRRC anstinken.

Anders als vor hundert Jahren halten heute französische und deutsche Chefs zusammen, um den Weltmarkt zu erobern. Sollen sie! Was uns, die Arbeitenden angeht, retten wir unsere Arbeitsplätze nur, indem wir zusammenhalten gegen die Vorstände und ihre Aktionäre, egal welche Sprache sie sprechen.

Spocky – Energie!

Da werden Meisterschaften ausgetragen und Betriebsvereinbarungen abgeschlossen. Auf dem Simulator wird es geschult, in jedem Mitarbeitergespräch wurden die Daten ausgewertet, während jeder Begleitfahrt ging es nicht ohne, „Schlechtsparer“ mussten sogar zu Gesprächen antreten … Energiesparen war die heilige Kuh! War???

Das ist seit einigen Tagen beim Fernverkehr nicht mehr so. In einem Versuch sind alle Tfs angewiesen zu fahren, bis die Oberleitung glüht, damit herausgefunden wird, ob es nicht mehr spart die vollen Fahrzeitpuffer in den Knotenbahnhöfen zur Verfügung zu haben.

Man glaubt es einfach nicht. Was vor einigen Tagen noch unter Höchststrafe stand, wird den nächsten Tag erwartet? Jeder Tf, der auch nur versucht hat, Fahrzeitreserven an bestimmten sinnvollen Stellen rauszufahren, wurde des Hochverrats verdächtigt.

Spocky, mach den Spinnern da oben klar, dass die Erde keine Scheibe mit nur zwei Seiten ist, oder beam mich hier einfach weg…

Lokführer muss man ausbilden!

Den neuen Kollegen wird gesagt, dass sie ein Jahr nicht auf dem Ringsystem fahren dürfen, weil es zu anspruchsvoll ist. Übersetzt: der Vorstand weiß genau, dass die Ausbildungszeit der Neuen zu kurz ist. Doch statt die Ausbildung mit genügend Zeit zu verbessern, sollen die Kollegen im Realeinsatz lernen ohne Netz und doppelten Boden. Die Neuen kämpfen sich durch und müssen hoffen, keine Fehler zu machen und die Alten schuppern weiter auf dem Ring? Das bringt für keinen die nötige Entlastung!

Aus den Augen aus dem Sinn

Nächstes Jahr steht bei der S-Bahn die Aufarbeitung der Fahrmotoren an. Aber der Achswechsel ist noch lange nicht durch. Vorübergehend baut man einfach wieder die alten ein, um… sie nächstes Jahr auszutauschen. Man braucht nicht viel Phantasie um zu erahnen, dass das nicht zu schaffen ist. Von Wintervorbereitung redet lieber niemand.

Ahh diese Geizkragen in der Chefetage, sie führen ein Unternehmen nach der Devise „von der Hand in den Mund“ als gäbe es kein Morgen. Sogar die Eichhörnchen denken vorausschauender. Am Ende bleiben die Züge stehen und uns können sie nicht mal die Schuld in die Schuhe schieben. Oder ist mal wieder ein Streik geplant?

Betrügerisches Lohndumping

Wenn es noch eines weiteren Beweises bedurfte, dass die „Werksverträgler“ im RE6 echte Kolleg_innen sind, dann erkennt man das, wann immer umdisponiert werden muss. Dann macht das nämlich Regio und nicht die „Auftragnehmerfirma“. Die Firma erbringt also keinen unabhängigen Auftrag, was Bedingung ist für einen Werksvertrag. Und das für eine Verkehrsleistung, die über viele Jahre ausgeschrieben ist. Die Kolleg_innen gehören fest eingestellt!


Marx
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