Revolutionär Sozialistische Organisation

Die Wahl ist vorbei – und nun weiter so?

Donnerstag 5. Oktober 2017

Elite-Partner

Elite-Partner hat das Traumpärchen 2017 gefunden: Judith Heepe und Thorsten Rantzsch! Herr Rantzsch ist Vorsitzender des Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands (VPU) und fordert verdi auf, die Proteste an deutschen Krankenhäusern zu beenden. Auch warnt er vor zu starren Personalvorgaben in Krankenhäusern. Mit diesen Ansichten hat er doch Armors Pfeil direkt ins Herz von Judith geschossen!

Es fehlen schon 4.000

Schon heute ist klar: nächstes Jahr müssen über 4.000 Pflegestellen in Berlin neu besetzt werden. Und auch schon jetzt ist klar, dass es schwierig wird, das Personal dafür zu finden. Doch bei der beschämenden Bezahlung und der enormen Arbeitsbelastung ist es doch auch nicht verwunderlich. Deswegen ist unser Kampf an der Charité mehr als berechtigt und wir sollten alle Häuser dazu holen, um gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen!

Personalnot bei verdi?

Seit Wochen ist es ruhig geworden um den Arbeitskampf der CFM. Giebe sagt sogar, er hätte schon seit Wochen einen Vertrag auf dem Tisch liegen, der ab dem 1. Dezember 11 Euro pro Stunde für jeden Kollegen der CFM vorsieht. Doch keiner von verdi käme vorbei zum Unterschreiben. Also monatelang verhandelt und dann schreibt Giebe einen Vertrag für sich allein? Das hört sich doch sehr nach einer Posse an. Die sich auch darin zeigt, dass die Gewerkschaft ver.di uns nicht nur weitere Streiktage versagt, sondern auch ohne Informationen diesbezüglich lässt. Dies selbst angesichts der Streikaktion unserer Kolle_innen in der Pflege. Wann nimmt ver.di den Fuß von der Bremse?

Flaschensammler

Bei der letzten Betriebsversammlung ist es uns mal wieder vor Augen geführt worden. Die 11 Euro betrieblicher Grundlohn, die uns Giebe und Senat als großes Entgegenkommen verkaufen wollen, reicht ab Beginn des Rentenbezugs für…? Ja, genau für die gesetzliche Grundsicherung! Almosen vom Staat, die wir dann mit Flaschensammeln, Singen in der U-Bahn oder Verkauf unserer Körper auf dem Altenstrich aufbessern müssen. Stopp liebe Gestellte, liebe Krankenschwestern oder auch MTAs, die ihr wohl auch unter ca. 2400 Euro Netto verdient. Auch ihr werdet nicht als Freier_innen oder spendable Zuhörer_innen durch Berlin laufen, sondern im Nachbarwaggon um Aufmerksamkeit buhlen. Ein Grund mehr, sich nicht länger spalten zu lassen.

Kein Angebot

Frau Heepe, Herr Frei, wir bewundern sie wirklich sehr. Wie sie es hinbekommen haben, nach wenigen Tagen Streik uns ein Angebot vorzulegen, in dem festgelegt wird, dass Stellen, die sich aus einem Tarifvertrag Gesundheitsschutz ergeben auch wirklich besetzt werden müssen. Im Zweifelsfall mit Pool- und Leasingkräften. Genau mit den Pool- und Leasingkräften von denen sie selbst seit Jahren uns gegenüber behaupten, es wären keine verfügbar. Auf dieses Angebot antworten wir mit einer leichten Abwandlung ihrer Intranetverlautbarung vom 15.09.17: Die Charité-Beschäftigten bitten den Erweiterten Vorstand, jede Beeinträchtigung oder jeden Schaden von Patient_innen abzuwenden. Der Schutz von Patient_innen geht in jedem Fall vor und liegt den Beschäftigten sehr am Herzen. Danach muss sich alles richten, erwarten die Beschäftigten vom Vorstand!

Wirklich Kein Angebot

Das Kein Angebot kam von der Charité, nachdem ihr klar war, dass wir es mit dem Streik auch 2017 ernst meinen. Die Ankündigung, 600 Betten zu bestreiken stand und steht. Auch wenn die Tarifkommission entschieden hat, das Verhandlungsangebot anzunehmen, müssen wir diese Streikbereitschaft aufrechterhalten und ausbauen. Denn Erfahrungen mit den Verhandlungen und Angeboten der Charité sammelten wir nicht nur in den letzten Monaten, sondern auch in den letzten 5 Jahren! Als gute Schwestern kennen wir das Prinzip der Weiterentwicklung als fortlaufenden Prozess. Darum müssen wir jetzt alles daran setzen, aus unserem Arbeitskampf an der Charité eine Bewegung zu formen. Dazu kann ein wichtiger Schritt sein, mit oder ohne Gewerkschaft, endlich die Kolleg_innen bei CFM, Vivantes und Co einzubinden, zu unterstützen, von ihnen Unterstützung einzufordern und unsere Erfahrungen auszutauschen. Unsere Erfahrungen mit dem Tarifvertrag Gesundheitsschutz und den vielen Fallen, in die wir in den letzten Jahren getappt sind, müssen wichtiger Bestandteil der Diskussionen in einer solchen Bewegung werden. Uns geht es um Verbesserungen der Gesundheitsversorgung und nicht um Festschreibung von Selbstverständlichkeiten.

Frau Heepe gibt der Pflege ein Gesicht! Halloween ist gesichert!

Aber echt, hej – Riesenbahnhof bei der Einweihung der CFM-LKW mit den Werbefotos für den Pflegeberuf. Roter Teppich, Begriffe wie „Recruitingkampagne“ und „Testimonials“ schwirren herum. Karl Lagerfeld soll vor Neid ganz blass geworden sein. Mal im Ernst - Schade um das Geld und die Zeit, die da verballert wurden. Das Schlüsselproblem der „Personalnot“ ist und bleibt: Wir brauchen vernünftige Bezahlung und ordentliche Arbeitsbedingungen. Dann klappt es auch mit der Pflege auch ohne Werbe-ChiChi und Bussi Bussi.

Oh, es gruselt uns

Teil zwei der Charité-Hallowen-Party: Zum 1. Oktober wurde die Leitung des Geschäftsbereiches Finanzen und Einkauf neu besetzt. Dazu hat sich die Charité jemanden von der Firma KPMG-AG geholt. Das ist eines der großen Flaggschiffe der Flotte Unternehmensberatung/Consultingalso da, wo Kapitalismus richtig weh tut. Effizienz, Sparen, es muss sich rechnen – die haben es erfunden. Kurz, klingt wieder mal wie ein weiterer Schritt in die falsche Richtung.


Vitamin C vom 05.10.2017

Marx
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