Revolutionär Sozialistische Organisation

Arm trotz Arbeit, obdachlos trotz leerer Wohnungen

Donnerstag 2. November 2017

50 Jahre Steglitz

Freude pur für unser Management – ihr „heiß-geliebtes“ CBF wird bald 50 Jahre alt und anlässlich dessen soll es ei-nen Feiermarathon geben, beginnend am 2.11 mit einem Auftaktworkshop. Vergessen sind all die Drohungen, dass Steglitz zu unprofitabel ist, dass Kolleg_innen nicht effizient genug arbeiten oder all die Bauschäden am und im Gebäude. Heute will die Charité feiern und morgen wieder mit Standortschließung drohen.

Apfelkuchen und Liebe

Der Duft von frischem Kaffee, Apfelkuchen und eine Prise Liebe. Das klingt doch wie ein Besuch bei Omi, oder? Aber nein, so sollen laut Saar-CDU-Generalsekretär Josef Hovenjürgen Krankenhäuser (anstatt nach Händedesinfektionsmittel) riechen. Dies war der Beitrag der CDU zu den Streiks an dem Uniklinikum Düsseldorf für mehr Personal. Die Belastungssituation in Krankenhäusern scheint die CDU dagegen nicht zu stören, solange es genug frischen Kaffee und Kuchen gibt.

Lösungsvorschlag für die CDU

Die Kolleg_innen aus dem Saarland hätten eine Lösung für Herrn Hovenjürgen bezüglich des Odeur „Händedesinfektionsmittel“ in Krankenhäusern. Sie wollten mit einem Aktionstag zur Händedesinfektion auf den Personalmangel aufmerksam machen, doch ein Großteil der beteiligten Kolleg_innen beendete die Aktion um 8 Uhr morgens schon wieder – Dienst nach Vorschrift war nicht möglich. Also, am besten gleich die Händedesinfektionsspender schrotten und nen Kaffeeautomaten hinstellen?

Nachtigall,

wir hören dich durch den Botanischen Garten trapsen. Die Freie Universität hat vor Jahren diesen ausgegliedert und wird ihn nun, nach Tarifbewegung und daraus resultieren-dem politischen Druck, wieder zurückholen. So verkauft es das Präsidium der FU als auch der Senat von Berlin. Jedoch sehen die Kolleg_innen vor Ort in den Details des sog. Betriebsübergangs etliche Fallen. Unter anderem Vorbereitungen für erneute Ausgliederungen. Diesmal könnte das Outsourcing kleinerer Betriebseinheiten angestrebt werden, um den Widerstand dagegen ebenfalls klein zu halten. Wer ganz genau hinhört, kann das Trapsen auch schon in der 100% Tochter CFM hören.

Gefährdung durch Abmahnung

Unsere PD und PCLs versuchen ja allzu gerne auf Gefährdungsanzeigen mit Einschüchterung zu reagieren. Und sind dabei durchaus kreativ. Wir sind schon sehr gespannt, wann sie nach dem Beispiel der Asklepios Klinik in Göttingen handeln werden. Zwei Schwestern, die dort eine Gefährdungsanzeige erstellten, erhielten prompt Abmahnungen mit der Ankündigung, bei Wiederholung gekündigt zu werden. Be-gründet war dies damit, dass die Schwestern die Situation falsch eingeschätzt und damit eine Pflichtverletzung begangen hätten. Ja, klar, die Gefährdungsanzeige führt als Pflichtverletzung erst zu einer Patientengefährdung. Erst recht wenn Dinge drin stehen wie: „kontinuierliche Überwachung geht nicht mehr, Medikamente und Essen gibt es nur zeitverzögert, auch Säuglinge mussten auf ihre Mahlzeiten warten“ oder „ein Patient lag zwei bis drei Stunden in seiner vollen Windel…

Da ist noch Platz nach oben

Zwei Tage Warnstreik in Düsseldorf, 5 oder auch 10 Tage Streik an der Charité, mal ein Tag hier und ein Tag da. Die norwegischen Kolleg_innen sind da zu mehr bereit. Sie streiken bereits seit 100 Tagen gegen eine Verschlechterung ih-res Tarifvertrages an den Kliniken der norwegischen Krebsgesellschaft. Gut wir geben zu, dass nur mehr Streiktage noch keinen Erfolg darstellen, aber die unangebrachte Zurückhaltung der hiesigen Malocher bei dem Kampfmittel Streik belegt auch folgende Statistik: Je 1.000 Beschäftigte fallen per Streik in Dänemark durchschnittlich 120 Arbeitstage aus, in Frankreich 117, in Norwegen immerhin noch 54 und in Deutschland? Genau, es sind 7 Tage. Da ist also noch gaaaaanz viel Platz nach oben.

Warten auf Jamaika?

„Was ist verdi und was wollen wir erreichen?“ Wem dieser Tagesordnungspunkt für die nächste CFM-verdi-Klausur ein wenig orientierungslos klingt, dem geben die neuesten Erklärungen vom verdi-Bundes-Bsirske weiteres Futter für Bedenken. Wir kämpfen also für Entlastung durch mehr Personal an den Kliniken – außer da, wo die Arbeitgeber Bereitschaft zu Gesprächen signalisieren – da verhandeln wir sie gnadenlos an die Wand. Und statt weiter über Arbeitskampf spricht Kollege Vorsitzender lieber über „Forderungen an die Koalitionsverhandlungen“. Klingt beinahe so, als wären wir als Streik-Tiger gestartet und enden als Bettvorleger vor dem Kanzleramt. Aber zum Glück ist verdi ja eine demokratische Organisation, in der wir auch andere Optionen diskutieren können. Zum Beispiel den Vorschlag des Pflegers, der die Kanzlerin im Wahlkampf mit dem Pflegenotstand genervt hat. Der rief jetzt in verschiedenen Medien zu „politischen Streiks für mehr Pflege“ auf. Nur mal so zum drüber diskutieren – dann klappts auch mit den Forderungen.

Möbeltischler dringend gesucht

Weil wir gerade von der verdi-Klausur sprachen. Vergeblich suchen wir den Punkt „CFM-Tarifvertrag“. Dabei hieß es doch, Giebe hätte den Entwurf schon in der Schublade, fehlten nur noch die Unterschriften. So ein Murks, da klemmt jetzt offenbar auch noch die Schublade. Wo sind die Handwerker, wenn sie mal gebraucht werden?

Wanderarbeit

Da dachten sich die Verantwortlichen im Gesundheitswesen: „Wozu die Arbeitsbedingungen verbessern, wenn wir uns einfach die Leute da holen, wo es ihnen noch dreckiger geht.“ Polen ist da zum Beispiel naheliegend. Gerade haben polnische Assistenzärzte nach einem Monat ihren Hunger-streik beendet. Der Anteil an Krankenschwestern aus dem Ausland liegt mittlerweile bei 7,2% in Deutschland. Doch zu-nehmend versiegt die Quelle – polnische Krankenschwestern ziehen lieber weiter nach Norwegen. Doch es spricht sich langsam rum, dass die Bedingungen sich überall an-gleichen, wo aus Gesundheit Profit gemacht werden soll. Kurz, Wanderarbeit ist vielleicht für einzelne die Lösung – für die Masse hilft nur kämpfen – dort, wo sie daheim sind. Am besten gemeinsam mit allen weltweit, die die gleichen Probleme haben.


Vitamin C vom 02.11.2017

Marx
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