Revolutionär Sozialistische Organisation

Big Brother – neue Staffel

Sonntag 15. Juni 2008

Nach der Videoüberwachung von Mitarbeitern bei LIDL, Edeka u. a., kam nun heraus, dass die Telekom illegal Gesprächsdaten auswerten ließ, angeblich um eine „undichte Stelle“ zu finden, die Informationen an die Presse gegeben hatte. Hauptziel der Bespitzelung war der Betriebsratschef Wegner, der auch im Aufsichtsrat der Telekom sitzt.

Schon 2005 war er beschuldigt worden, Interna weitergegeben zu haben. Er selbst verwehrt sich gegen das Gerücht, die Telekom hätte ihn damit erpresst, um seine Unterstützung beim massiven Arbeitsplatzabbau zu erhalten. Dass die Gewerkschaft ver.di den Streik gegen die Auslagerung im letzten Jahr zögerlich geführt hat und sich schließlich mit einem miserablen Ergebnis begnügte, liegt wohl nicht an einer Erpressungsgeschichte, sondern an der allgemeinen Politik der Gewerkschaftsbürokratie. Doch dass die Unternehmen alles versuchen, um sich auf diese Weise gefügige „Arbeitnehmervertreter“ wie möglich hinzubiegen, ist auch nichts neues: Lustreisen bei VW, einen Vorstandsposten für Transnet-Chef Hansen bei der Bahn, Gelder für gelbe Gewerkschaften bei Siemens... Ein Grund mehr für alle Arbeitenden, sich nicht auf angebliche Vertreter zu verlassen, sondern sich selbst einzumischen!

Die Telekom steht nicht allein: Ähnliches gab es bei der Bahn und bei Lufthansa. Ein deutliches Zeichen: Gesammelte Daten werden früher oder später missbraucht. Deshalb muss allen Plänen der Regierung, noch mehr Überwachung und Datenspeicherung einzuführen, Widerstand geleistet werden!


Marx
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