Revolutionär Sozialistische Organisation

Südafrika: Schwarz gegen schwarz!?

Sonntag 15. Juni 2008

Mitte Mai begannen in Südafrika rassistische Unruhen, die Anfang Juni vorläufig beruhigt werden konnten. Bei den Ausschreitungen starben fast 60 Menschen, mehr als Tausend wurden verletzt und 440 Häuser zerstört. Zehntausende Einwanderer – vor allem aus Simbabwe und Mosambik – sind aus ihren Vierteln geflohen, kampieren nun in Flüchtlingslagern oder gehen zurück in ihr Heimatland (vorausgesetzt sie können).

Die Ursache für den Rassismus ist – wie in Europa – in der zunehmenden Armut Südafrikas zu suchen. Seit dem Ende des Apartheid-Regimes 1994 ist zwar die Trennung in schwarze und weiße Rasse aufgehoben, jedoch nicht der Kapitalismus und damit die Arbeitslosigkeit und das soziale Elend. Während die reichen Weißen und Schwarzen – abgeschottet durch Mauern und Stacheldraht – in ihren Villen wohnen, lebt ein großer Teil der schwarzen Bevölkerung in noch drückenderer Armut als je zuvor. Besonders in den Randbereichen der Städte befinden sich die Elendsquartiere aus Blech und Pappe ohne ausreichende Sanitäranlagen, Strom und Wasser. Viele Bewohner sind Analphabeten. Rund 40% sind arbeitslos. Dies erklärt auch die hohe Kriminalitätsrate in Südafrika, welche mittlerweile die höchste der Welt ist.

Da aber Südafrika das entwickeltste Land des südlichen Afrika ist, so gilt es auch als eine Art Land der Hoffnung für viele Einwanderer armer afrikanischer Staaten, wo Bürgerkriege oder Diktaturen herrschen. Allein aus Simbabwe sind schätzungsweise 3 Millionen vor dem dort herrschenden Regime von Mugabe geflohen. Fast alle nach Südafrika. Und so leben diese Armen Seite an Seite mit den südafrikanischen Armen in den Elendsvierteln und werden Opfer von Vorurteilen, wie wir sie hier in Deutschland nur zu gut kennen: Sie würden den Südafrikanern die Arbeit wegnehmen!

Die Gewaltszenen im Mai waren schrecklich, doch auch in Südafrika gibt es Menschen, die sich dem Rassismus entgegenstellen. Tausende demonstrierten Ende Mai in Johannesburg und Kapstadt auf den Straßen, um ihre Solidarität mit den Opfern zu zeigen. Viele spendeten Kleidung, Lebensmittel, Decken, Geld und Spielzeug. Doch die Probleme bleiben. Und nur ein gemeinsamer Kampf der schwarzen armen Bevölkerung gegen Armut und Hoffnungslosigkeit wird dem Rassismus in Zukunft Einhalt gebieten und die Profiteuere der Armut zur Rechenschaft ziehen.


Marx
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