Revolutionär Sozialistische Organisation

Zweihundert Jahre Karl Marx – Sind seine Ideen veraltet?

Mittwoch 9. Mai 2018

Sie machen sich die Welt…

Der Charité wird vom Lagetsi Druck gemacht, die gesetzliche Pausenregelung einzuhalten. Die Centrumsleitungen müssen dafür die Voraussetzungen schaffen. Das können sie nicht. Darum wollen sie uns zwingen, nicht zu dokumentieren, wenn wir wieder mal keine Pause nehmen konnten. Nur das bezweckt ihre derzeitige Kampagne auf den Stationen. Darum ein paar Erinnerungen: Die Pause darf höchstens in zwei Abschnitte á 15 Minuten aufgeteilt werden. In neun Stunden steht uns eine Pause von 45 Minuten zu! In der Pause wird keine Bereitschaft geschuldet, auch nicht für Fragen von angeblichen Pausenablösungen. Eine Nacht allein heißt, ohne Pause zu arbeiten. Die Zigarette mit dem Stationstelefon am Ohr ist keine Pause. Das Sitzen und Warten auf die Klingel ist ebenso keine, wie das Essen am PC. In der Pause ist man einfach gar nicht da. Darum kann auch keine Servicekraft als Pausenablösung für eine Pflegefachkraft eingesetzt werden. Wir befürchten, dass das die PD trotz ihres derzeitigen Studiums nicht lernen wird, darum müssen wir unsere Pausen selber durchsetzen.

Es ist eine alte Geschichte

doch bleibt sie ewig neu. Ausgliederungen von Tochterunternehmen zur Tarifflucht betreibt die Charité nicht nur bei der CFM. Bei den Therapeuten nennt sich diese Schweinerei CPPZ und bedeutet für die Betroffenen bis zu 600€ Lohnverlust im Monat. Ganz klar – damit darf die Charité auf Dauer nicht durchkommen. Ändern wird es sich nur, wenn die Kolleg_innen sich wehren – und dazu brauchen sie alle Solidarität, die sie von uns kriegen können.

Alte Forderungen rosten nicht

Mehr als 100 Pflegekräfte und 44 neue Ärzte wurden laut Charité im Jahr 2017 zusätzlich eingestellt und zusätzlich 1,8 Mio. € Gewinn gemacht. Selbst wenn das mit dem zusätzlich stimmt, ist dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wir können immer noch keine Pausen nehmen, nachts sind wir auch allein oder Patient_innen können nicht ausreichend betreut werden. Natürlich wird es nicht mehr Pflegepersonal von heute auf morgen geben, doch sollte die Zukunft klar formuliert sein: 1:5 auf Normalstation, 1:2 auf Intensiv und keine Nacht allein!

CFM – nicht alles auf einmal verprassen

Es ist still geworden in der CFM… und soll es nun bis 2019 so bleiben? Nur weil wir mit 11€ Grundlohn schon gar nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Geld, heißt das nicht, dass wir seelenruhig zuschauen werden, wie sich die CFM auf die nächsten Streiks vorbereitet. In den nächsten Monaten müssen wir aktiv bleiben, mit Kolleg_innen über Forderungen diskutieren, weiter überzeugen, dass Streik sich lohnt und vor allem, uns nicht spalten lassen! Denn genau das wird die CFM nach unserer Erfahrung wieder versuchen. Es wird wieder hier und dort ein paar Verbesserungen für Einzelne geben, doch darauf dürfen wir nicht reinfallen! Die CFM Chefs sollen jetzt schon schlecht schlafen, wenn sie daran denken, dass wir bald wieder vor ihrer Tür stehen!

Verstanden?

Die Aufgaben der Pflege werden immer anspruchsvoller… die Pflegepraxis soll sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen. So labert die PD und zieht daraus die Konsequenz, einen neuen Bachelor of Science in Pflege an der Charité zu starten und Hilfsärzte ausbilden zu lassen. Wir finden es aber skandalös, dass der Direktor des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaft als Inhalt dieses Studiums benennt: „Sie sollen das eigene Handeln hinterfragen und auswerten können.“ Ahaaa, als hätten wir das all die Jahre einfach vergessen.

Walk of Care

Liebe Auszubildende in der Krankenpflege, am 12.05.18 um 15 Uhr treffen wir uns im Invalidenpark zum Laufen, Tanzen, Singen und zur Demonstration für eine menschenwürdige Pflege. Da können wir auch gleich einmal die Debatte aufnehmen, wie wir uns gegen die Entwertung der betrieblichen Ausbildung in der Krankenpflege zur Wehr setzen. Ein Bachelor- oder Masterabschluss heilt noch lange keine Wunden, führt nicht zwangsläufig suffiziente Prophylaxen durch oder kann automatisch den Patient_innen mit Empathie zur Seite stehen. Und lasst uns daran erinnern: Auch die Allzweckwaffe der Charité, die PD, hat nur eine dreijährige Pflegeausbildung. Jedenfalls bis auf Weiteres.

Strafe muss sein

Das Heliosklinikum Salzgitter muss blechen – 135.000€ Strafe aufgrund rechtswidriger Dienstplanänderungen. Schon 2009 hat das zuständige Arbeitsgericht Braunschweig per Beschluss der Klinik auferlegt, Beschäftigte nicht anders einzusetzen, als dies im Dienstplan vorgesehen ist. Doch auch neun Jahre später müssen Kolleg_innen aufgrund der dünnen Personaldecke ständig aus dem Frei geholt werden oder kurzfristig für Krankheitsfälle einspringen. Gemessen am Gewinn ist die Strafe viel zu wenig!

Das ham wa uns schon gedacht

Eine aktuelle Umfrage des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen belegt es nun mit klaren Zahlen: Arbeit in der Pflege macht krank. Jährlich sind Beschäftigte in der Krankenpflege im Durchschnitt 19,3 Tage arbeitsunfähig geschrieben gegenüber 16,1 Tagen im Bundesdurchschnitt der anderen Branchen. Der Anteil psychischer Störungen liegt dabei bei 3,4 Fehltagen gegenüber 2,3 im Bundesdurchschnitt. Leider wurde nicht untersucht, wie sich diese Störungen innerhalb der Pflegehierarchie verteilen. Manchmal drängt sich der Verdacht auf, für bestimmte Führungspositionen waren psychische Störungen Einstellungsvoraussetzung.



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