Revolutionär Sozialistische Organisation

Kleiner Streit um Grausamkeiten

Freitag 6. Juli 2018

Urlaubswünsche

Die S-Bahn will die bisherigen Prinzipien zur Urlaubsplanung über Bord werfen und drückt auf die Tube. Eine „Einigungsstelle“ soll es bringen. Aber „einigen“ auf was? Und wie kann dabei was gutes für uns rauskommen? Was wird da geredet in dieser Einigungsstelle? Die S-Bahn will, dass wir noch mehr als bisher auch unseren Urlaub ausschließlich nach deren Wünschen planen, und zwar in vorgegebenen Zeitfenstern. Urlaub im Sommer dann nur alle paar Jahre? Das ist ganz sicher nicht, was wir wollen. Es ist nötig, denen deutlich und zahlreich unsere Meinung zu sagen, damit niemand behaupten kann, das Thema ginge uns am Popo vorbei

Mach mal Pause

Immer häufiger findet man Pausen so ziemlich am Anfang einer Schicht. Ist das noch eine Pause? Wofür sollte eine Pause nochmal sein? In den oberen Etagen, wo sie mit starrem Blick nur auf Kennziffern schielen, sieht man das als ein lästiges Ding, was das Arbeitszeitgesetz nun mal vorschreibt, aber völlig überbewertet ist und im Zweifel auch mal in der Schicht verschoben wird. Aber von unserer Perspektive aus ist das notwendige Erholung und für ganz normale menschliche Bedürfnisse. Die lange Pause gehört fest geplant und daher eher in die Mitte. Entgegengesetzte Interessen sind das, noch deutlicher geht es kaum

Springerwende eingesackt?

Nach dem letzten Brief der Arbeitsgruppe mit dem Ergebnis der Umfrage gab es verärgerte Reaktionen. Ist das Thema nun vorbei, nur weil es so still geworden ist? Sicher nicht, die Zahlenpfuchser in der Teppichetage wollen auf jeden Fall die kurzen Pausen und die große Pause dafür weg. Das gibt ihnen mehr Spielräume, wenn wieder mal ein Zug ausfällt oder Leute fehlen. Mehr Pause ist besser für uns alle.

Gekonnt ignoriert

Das Management hat die S-Bahn in die Sackgasse geführt – die Probleme häufen sich sichtbar: hinter Vorzugsmeldestellen gibt’s Fragezeichen, Monatsplanung wird immer mal wieder verletzt, Zugausfälle… das sind die „kleinen“ Eruptionen vor der nächsten Krise? Und was ist die Reaktion der Geschäftsführung mit ihren Arbeitsgruppen? Löcher stopfen, Pflaster rauf und Pillen schlucken: die Zugprüfer werden mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit auf die Piste geschickt, für einige Urlaubssperre, Schulungen gestrichen… Das wird nichts verbessern. Inkompetenz? Ignoranz den Bahnern und Fahrgästen gegenüber? Oder beides?

Vor, zurück, zur Seite, ran…

Eines der großspurig angekündigten lebensrettenden „Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Fahrzeugverfügbarkeit“ war, die Kollegen von der Stöungshotline mehr fahren zu lassen. Dann blieb aber die Bearbeitung der Störung liegen und damit auch die Züge. Schlau. Die Kollegen haben sich durchgesetzt und die „Maßnahme“ wurde zurückgenommen. Erst Entscheidungen auf Wolke 7 treffen unter völliger Ignoranz der Folgen und dann die Fehler ausmerzen versuchen, indem das Rad wieder zurück auf Anfang gedreht wird. So lieben und schätzen wir „unsere“ Geschäftsführung.

Drei Wochen Streik gegen Schließung

Bei Halberg-Guss in Leipzig werden Teile für die Autoindustrie gefertigt. Die Kolleg*innen dort kämpfen aktuell entschlossen gegen Entlassungen. An den beiden Standorten in Leipzig und Saarbrücken werden Motorblöcke und Kardanwellen für die Automobilindustrie gefertigt, unter anderem für Volkswagen und Opel. Nun möchten die Bosse den Standort in Leipzig mit 700 Beschäftigten schließen und in Saarbrücken 300 der 1.500 Kolleg*innen entlassen.

Die Kollegen fordern eine fette Abfindung von 3,5 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr. Wenn der Boss das nicht bezahlen will, dann kann er ja auf seinen Schließungsplan verzichten! Durch eine Blockade gelang es den Kolleg*innen in Leipzig, die Auslieferung von bereits fertiggestellten Motorblöcken für eine Woche zu verhindern. Bei VW ist der Streik schon zu spüren.

Entlassungen gibt‘s überall, Streik ist die richtige Antwort!

Es ist Streikzeit

Es rumort auch im Pott: die Uniklinik Düsseldorf ist seit Dienstag im Streik, nachdem es schon 11 Warnstreiks gegeben hat. Die Gründe dafür verstehen wir zu gut: permanente Überlastung wegen Personalmangel. 30 bis 36 Patienten müssen in Spät- oder Nachtschichten von zwei Pflegekräften betreut werden. Auch ohne Streik ist Notbesetzung normal. Überlastet sind praktisch alle Beschäftigten. Mit dem Streik wollen sie einen Tarifvertrag zur Entlastung durchsetzen. De Geschäftsführung ist nicht mal bereit, darüber zu reden. Aber Streik, das werden die verstehen!

Gleichzeitig gibt es Warnstreik am Essener Uniklinikum für eine Mindestbesetzung.


Der Zugfunke

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Marx
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