Revolutionär Sozialistische Organisation

Wir müssen die Großen enteignen

Donnerstag 4. April 2019

UHZB für alle!

Der Personalrat lädt zur Teilpersonalversammlung anlässlich der anstehenden Ausgründung Universitäres Herzzentrum Berlin ein. Da es sich dann ja in irgendeiner Form wohl um eine Charité-Tochter handeln wird, finden wir, dass geht uns alle an. Also Bitte Personalversammlung für alle!

Innowie? Innowo? Innovator?

Manchmal denkste wirklich, Du glaubst es kaum. Richtig ist, dass bei einer Umfrage der Zeitschrift brand eins Wissen unter dem Titel „Innovator 2019“ die Charité unter die 542 innovativsten Unternehmen Deutschlands gewählt wurde. Nur ein Gerücht scheint es allerdings zu sein, dass damit vor allem der innovative Umgang des Vorstandes mit Tarifverträgen und bei der Verzögerung der Wiedereingliederung der Töchter in den TVÖD gewürdigt werden sollte…

Die CFM wird gelobt

Die CFM bekam im März vom Land Berlin ein „Zertifikat für Nachwuchsförderung 2018/2019“. Sie wurde für ihr breites Portfolio an Ausbildungsplätzen und als Chancengeber gelobt. Wir denken, sie verdient eher eine Auszeichnung für perfekt betriebene Tarifflucht, Nasenpolitik und schlechte Bezahlung.

„Wir suchen echte Männer für starke Frauen“

Na, habt ihr eine Idee, um was es hier gehen soll? Wir verraten‘s euch (auch wenn es diesen skurrilen Projektnamen nicht wirklich erklärt): Ein neues Crowdfunding Projekt der Charité soll 400.000€ sammeln, um die Chemotherapieräume in der Frauenklinik umzugestalten. An und für sich ne gute Sache, doch warum kommt die Charité bzw. der Senat nicht dafür auf? Die Instandhaltung und Versorgung des Gesundheitssystems sollte nicht über Almosen und Spenden finanziert werden, sondern ist eine gesellschaftliche Aufgabe, für die die Regierung zahlen muss!

Nun kommt die nächste Tochter

Nach den Streiks bei CFM und CPPZ scheint’s auch in der Labor GmbH zu rumoren. Ein großer Teil der fast 550 (Neu)Beschäftigten wird geringer entlohnt und hat schlechtere Arbeitsbedingungen als die Kolleg_innen mit „alten“ Verträgen. Dass Personal ist sogar so knapp, das Menschen aus dem Ausland angeheuert werden müssen… Das kennen wir doch, oder? PS: Juli 2019 scheint ein gutes Datum zu sein, aktiv zu werden. Da darf auch die CFM wieder in den Arbeitskampf.

Respekt

Die US-Zeitung Newsweek und das Datenportal Statista haben ein Ranking der 1000 besten Kliniken der Welt erstellt. Die Charité ist dort mit Platz 5 die beste europäische Klinik. Keine Ahnung, was so ein vorderer Platz kostet – und trotzdem noch ein positives Jahresergebnis. Hut ab…

Falscher Stolz

Pressekonferenz an der Charité–der Vorstand präsentiert das Jahresergebnis 2018, stolz wie eine Lore Affen wird mit gegenseitigem Schulter klopfen das 8. Jahr mit positivem Ergebnis abgefeiert. Der große Vorsitzende dankte in bewegten Worten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern… Ach, Professor, da nicht für. Um zu begreifen, dass sich in dem sogenannten „positiven Jahresergebnis“ der Charité auch die eingesparten Mittel für ausreichend Personal und unter Tarif bezahlten Kräften bei den Töchtern (CFM, Labor, usw.) finden, müssen wir nicht BWL studieren. Sich als ein dafür Verantwortlicher dann noch zu der Bemerkung aufzuschwingen, er verstünde die streikenden Therapeut_innen der CPPZ, schließlich könne von dem Gehalt in Berlin keiner leben – alle Achtung, den Zynismus muss einer erstmal bringen. Oder war Herr Professor jedes Mal gerade im Urlaub, wenn die Entscheidungen zu den Töchtern anstanden?

Alles mal wieder relativ

Was hat sich der Vorstand wieder mal gefeiert für den „Personalaufwuchs“. Doch halt – bevor wir in den Jubel einstimmen, würden uns zwei Zahlen interessieren. Zum einen wie viel Personal ist denn nun real dazu gekommen? Zum anderen ist gleichzeitig von Steigerungen der Patientenzahlen und der Leistung die Rede. Das mal berücksichtigt, wie viel Personal ist also konkret mehr auf Station angekommen?

Charité for Future?

Der Bürgermeister Müller hat seine Umweltsenatorin eine Klimaschutzvereinbarung mit der Charité unterschreiben lassen. Löblich und praktisch. Schließlich ist der Herr ja auch Aufsichtsratsvorsitzender der Charité. Bis 2028 will danach die Charité ihren Kohlendioxidausstoß um 20% verringern. Dazu wird wohl die Einrichtung der Fahrradwerkstatt am CCM nicht ausreichen und teure Modernisierungsvorhaben müssen umgesetzt werden. Vorsorglich erinnern wir schon jetzt daran, dass die Kosten für solche Modernisierungen vom Land Berlin getragen werden müssen. Die Einnahmen aus der Krankenversorgung und damit Lohngelder dürfen dafür nicht zweckentfremdet werden. Noch Eines: Bitte, nicht noch eine Charity oder Crowdfunding Aktion für solche Pflichtaufgaben ins Leben rufen.

TVÖD für alle an der Spree

Erst forderte das Abgeordnetenhaus jetzt der Senat die Charité auf, die CPPZ zum 1.1.2020 aufzulösen und die dortigen Beschäftigten in die Charité zu integrieren. Und zwar unter Anwendung des TVÖD. Ein wirklicher Achtungserfolg des zähen Ringens der Therapeut_innen in den letzten Monaten, der den Beschäftigten in der CFM oder im Labor Mut machen kann, endlich auch eine deutliche Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Das Motto des Streiks zeigt, wie das gelingen kann: Ob bei CPPZ oder CFM müssen wir schon jetzt dem Senat deutlich machen, wir werden ihn auch nach der Europawahl im Mai beim Wort nehmen.



Marx
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