Revolutionär Sozialistische Organisation

Im Rampenlicht der Olympiade

Donnerstag 4. September 2008

Vor und während der Olympiade standen die Repressionen in China im Rampenlicht der Presse. Die Tibet-Frage, die Probleme der Uiguren, die Ausweisung von ausländischen Studenten, die Verschärfung der Einreisebestimmungen für Ausländer und die Pressefreiheit waren Gegenstand der Kritik vieler JournalistInnen und PolitikerInnen. Hingegen wurde um die elenden Arbeitsbedingungen der chinesischen Arbeiterklasse nicht viel Aufhebens gemacht. Und nach den olympischen Spielen werden wohl auch das Schicksal von Bauern, die von ihrem Boden vertrieben werden, und die Lage der nationalen Minderheiten wieder hübsch in den Hintergrund treten.

Die im Dunklen sieht man nicht...

Von den nahezu rechtlosen Zuständen in China profitieren schließlich auch viele westliche Großunternehmen, die in China produzieren oder für sich produzieren lassen. So lassen z.B. viele Textilfirmen (Nike, Adidas), große Computerfirmen (Apple), Schokokonzerne (Hershey) oder Spielzeughersteller (Disney) chinesische Zulieferfirmen für sich arbeiten. Diese machen dann die Drecksarbeit und lassen ArbeiterInnen 12 bis 15 Stunden täglich für Hungerlöhne schuften. Sie verweigern ihnen das Recht sich zu organisieren und immer häufiger kommt es dazu, dass ArbeiterInnen an Überarbeitung oder chemischen Vergiftungen sterben. Zuletzt sind Firmen wie z. B. McDonalds oder Pizza Hut bekannt geworden, die keinen Cent auf das chinesische Arbeitsrecht setzen. Sie ließen Teilzeitkräfte voll arbeiten – Überstunden natürlich unbezahlt, der Mindestlohn wurde weit unterschritten.

Die Arbeitsbedingungen in China sind unglaublich schlecht und die Profite unglaublich hoch. Daher wollen die Konzerne auch, dass möglichst wenig berichtet oder gar kritisiert wird. BASF-Chef Jürgen Hambrecht gab dies im Vorfeld der Olympiade auch ganz unverblümt zu. Er warnte vor negativen Auswirkungen der Tibet-Diskussion auf die deutsche Wirtschaft in China und zielte damit auch auf mögliche Kritik an den Arbeitsbedingungen in seiner Firma.


Marx
Startseite | Kontakt | Sitemap | Redaktion | Statistiken | Besuche: 237229

Aktivitäten verfolgen de  Aktivitäten verfolgen Archiv unserer Zeitung  Aktivitäten verfolgen Nr. 22 - September 2008   ?

Realisiert mit SPIP 2.1.29