Revolutionär Sozialistische Organisation

Krankenhäuser: was tun für eine gesunde Pflege!

Freitag 10. Oktober 2008

Am 25. 9. demonstrierten 130.000 Krankenhausbeschäftigte, um gegen die Arbeits- und Pflegebedingungen zu protestieren. Kurz zuvor hatte Gesundheitsministerin Schmidt noch versprochen 21.000 neue Stellen zu schaffen. Wenn man bedenkt, dass es seit 1991 jährlich eine Million mehr Patienten, aber gut 100.000 Vollzeitstellen weniger gibt, eine lächerliche Maßnahme. Aufgerufen hatten die Gewerkschaften gemeinsam mit... der Unternehmerorganisation Deutsche Kranken­haus­gesellschaft und den Kommunen.

Dass die Krankenhausleitungen und Kommunalpolitiker mit den Beschäftigten keine gemeinsamen Interessen haben, zeigten nicht zuletzt die Reden der „Offiziellen“. Der Münchener Oberbürgermeister erklärte zum Beispiel, dass doch „niemand“ etwas gegen „vertretbare Marktbereinigung“ habe. Will heißen: Krankenhausschließungen! Während die Chefs die meisten Reden auf der Demonstration hielten, kamen die Betroffenen nicht ernsthaft zu Wort. Dabei hätten sie genug Geschichten zu erzählen gehabt: Zwei Nachtschwestern betreuen 90 Patienten, Zimmer werden geschlossen, weil keine Ärzte da sind und die Desinfektion von Rollstühlen und OP-Besteck wird vernachlässigt. Selbst wenn Politiker und Klinikleitungen klagen, dass sie nicht genug Geld bekommen, hält sie nichts davon ab, mit Hilfe von Privatisierungen, Schließungen und wachsendem Arbeitsdruck die Beschäftigten bluten zu lassen.

Die Situation für Beschäftigte und Patienten wird sich im Bündnis mit den Betreibern nicht verbessern. Auch Appelle an Politiker sind vergeblich. Die herrschenden Politiker wissen schon, was sie wollen… und wofür sie Geld haben.

Und wenn Gewerkschaften Forderungen stellen ohne dafür weitere Demonstrationen und Streiks zu organisieren, wollen sie sie offenbar nicht durchsetzen. 130.000 DemonstrantInnen haben gezeigt, was für eine Wut in den Häusern herrscht und was für eine Kraft entwickelt werden könnte, wenn man weitere Proteste organisieren würde. Wenn die Gewerkschaft es nicht macht, warum macht man es eigentlich nicht selbst?


Marx
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