Revolutionär Sozialistische Organisation

Griechenlands Jugend rebelliert

Sonnabend 10. Januar 2009

Im Dezember gab es in vielen Städten Griechenlands Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Doch was in den deutschen Medien oft als „Krawalle“ von „Randalierern“ bezeichnet wurde, ist Ausdruck der Wut einer ganzen Generation.

Anlass war, dass ein Polizist einen 15-Jährigen erschossen hat. Das ist in Griechenland kein Einzelfall. Die Polizei hat dort in den letzten 4 Jahren 12 Menschen getötet! Kein Wunder also, wenn Wut und Gewalt sich oft gezielt gegen Polizeistationen richtete.

Doch waren vor allem Zehntausende Jugendliche wochenlang auf der Straße, nicht um zu randalieren, sondern um ihren Protest auszudrücken – die meisten von ihnen SchülerInnen, oft unterstützt von Lehrerinnen und Lehrern, aber auch StudentInnen und junge ArbeiterInnen. Die Wut der Jugendlichen richtet sich nicht nur gegen die Polizei, sondern gegen die gesellschaftlichen Zustände. In Griechenland liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei über 25 %. Viele Jugendliche aus der Arbeiterklasse können bis über 30 nicht zu Hause ausziehen und sind auf Unterstützung durch die Familien angewiesen. Und die haben immer weniger: In Griechenland, wo die Preise für Lebensmittel vergleichbar sind mit denen in Deutschland, bekommen Arbeitende nur etwa die Hälfte, oft nur ein Drittel der hiesigen Löhne. Gerade junge Arbeiter erreichen oft nicht mal den Mindestlohn von 700 Euro.

Nun kam noch die Finanz- und Wirtschaftskrise hinzu. Auch die griechische Regierung hat ein Rettungspaket für die Banken in Höhe von 28 Mrd. Euro geschnürt, während an Renten und Bildung ständig herumgekürzt wird. Auf der einen Seite – Armut und Perspektivlosigkeit, auf der anderen – Luxus und Milliarden. Deshalb entlud sich die Wut nicht nur gegen die Polizei, sondern auch gegen Bankfilialen und teure Geschäfte.

Der massive Protest in Griechenland könnte ein Vorbote der Kämpfe sein, die Arbeitende und Jugendliche in allen Ländern angesichts der kapitalistischen Krise führen müssen. Französische SchülerInnen haben sich noch kurz vor den Weihnachtsferien vom griechischen Beispiel anstecken lassen. Hoffen wir, dass die Proteste in diesem Jahr ungebrochen weitergehen und dafür sorgen, dass die Krise nicht der einfachen Bevölkerung aufgebürdet werden kann!


Marx
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