Revolutionär Sozialistische Organisation

Deutsche Bahn: Börse kommt später – Personal geht früher

Sonnabend 10. Januar 2009

Der Börsengang wurde auf Eis gelegt. Ein Glück für die Beschäftigten – könnte man denken. Doch die Privatisierung kommt durch die Hintertür. In diesem Jahr stehen Ausschreibungen von mehr als 60 % aller Regionalzugverbindungen in den Regionen Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern an. Je nachdem, welche Strecken verloren gehen, könnten in ca. 2 Jahren bis zu 1.215 Arbeitsplätze gefährdet sein. In den letzten 7 Jahren wurden bereits 39 % der ursprünglich 3.200 Mitarbeiter abgebaut!

In einer Betriebsversammlung im Dezember wurde von der Regio-Führung mitgeteilt, dass sie den Bereich Nordost bereits bis ins Kleinste optimiert hätte. Normalerweise wären 50 Personale für 1.000.000 Zugkilometer ein absolutes Minimum. Sie brauchen aber nur 48! Es ist der produktivste Bereich der gesamten DB AG.

Für die meisten KollegInnen ist hierdurch die Arbeitsbelastung auf ein unerträgliches Maß angestiegen. Und mit den neuen Ausschreibungen wird der Druck auf die Beschäftigten noch weiter erhöht, um die Arbeitskosten zu senken. Dennoch sind Betriebsräte und Gewerkschaften wie GDL und Transnet der Ansicht, dass Wettbewerb, d. h. Ausschreibungen, nicht das Problem sei – er müsse nur „fair“ sein. Sie machen stattdessen Stimmung gegen die konkurrierenden Privatbahnen. Doch wer arbeitet dort? Viele der in den letzten Jahren bei der DB AG abgebauten KollegInnen – jedoch zu noch schlechteren Bedingungen.

Nicht die Bahner bei den anderen Firmen sind das Problem, sondern der viel gepriesene Wettbewerb, der die Kosten immer weiter drückt und damit Arbeitsbedingungen und Löhne in allen Bahnunternehmen.


Marx
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