Revolutionär Sozialistische Organisation

Bahn, Telekom und Nokia: Unternehmen, die sich interessieren!

Donnerstag 12. Februar 2009

Es gibt noch Unternehmen, denen ihre Beschäftigten nicht egal sind und die sich auch für deren intimste Geheimnisse interessieren – Telekom und Deutsche Bahn zum Beispiel. Angeblich zur Bekämpfung von Korruption und um Informanten der Presse im Unternehmen zu finden, wurden Namen, Adressen, Telefon- und Bankdaten von Hunderttausenden Arbeitenden von Privatdetektiven untersucht. Die Überprüfung von Pressekontakten zeigt, dass es auch darum geht, unbequeme KollegInnen „kennenzulernen“. Die ersten Ausspähungen fanden bereits vor Jahren statt – ohne dass die Betroffenen davon je erfahren hätten. Deshalb wird man wohl auch nie erfahren, wer in Folge dieser Stasimethoden entlassen wurde. Schließlich wussten die Bespitzelten ja nichts von ihrer Überprüfung. Sicher ist: Die Konzerne hätten solche Untersuchungen kaum mehrfach durchführen lassen, wenn es sich für sie nicht gelohnt hätte.

Nun empören sich viele in der Regierung über den Datenschutzskandal… ohne wirkliche Folgen. Bei Bahn und Telekom sitzen sie doch im Aufsichtsrat. Anstatt die Verantwortlichen aber zu feuern, werden die Täter mit der Aufklärung beauftragt, gerade so als ob man einen Bankräuber zum Staatsanwalt befördert.

Etwas ehrlicher geht es da in Finnland zu: Nokia, der größte Konzern des Landes, möchte seine Beschäftigten gerne ganz legal überwachen. Deswegen hat die Firma der Regierung mit Abwanderung gedroht, wenn diese den Unternehmen die Ausspähung ihrer Angestellten nicht erlaube. Auch dort weiß die Regierung, wem sie zu dienen hat – die entsprechende Gesetzesänderung soll noch Mitte Februar beschlossen werden.

Wenn Unternehmen die Arbeitenden ausspitzeln, geht es nicht „nur“ um Bürgerrechte. Es geht um unsere Sicherheit! Datensammeln hinter unserem Rücken ist schwer zu verhindern. Umso wichtiger, dass die Arbeitenden zusammenhalten und anfangen, selbst zu kontrollieren, was ihre Chefs so treiben!


Marx
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