Revolutionär Sozialistische Organisation

Welche Antwort auf die Krise?

Mittwoch 18. März 2009

Die Arbeitenden in der Automobilbranche werden eher als andere von der Wirtschaftskrise heftig getroffen. Dort herrscht seit Jahren Überproduktion, weil die großen Autokonzerne im weltweiten Konkurrenzkampf alle die ersten sein wollten. So gibt es weltweite Kapazitäten für den Bau von rund 94 Mio. Fahrzeugen, obwohl im Jahr 2008 nicht mal 62 Mio. verkauft werden konnten. Und dieses Jahr werden es wohl nur noch 50 Mio. Denn wer seinen Arbeitsplatz verliert oder gar sein Haus, wie inzwischen über 2 Mio. Familien in den USA, wird sich so schnell keinen Neuwagen mehr kaufen! Nicht irgendwelche „Managementfehler“ in einzelnen Konzernen sind das Problem, sondern die nur auf Profit ausgerichtete kapitalistische Konkurrenzwirtschaft!

Und die Krise erreicht längst andere Branchen: Was für Autos gilt, betrifft auch andere Konsumgüter und wenn deren Produktion einbricht, gibt es auch keine Aufträge mehr für den Maschinenbau. Insofern stehen viele Arbeitende früher oder später vor denselben Problemen wie jetzt die KollegInnen von Daimler, Ford ... oder Schaeffler/Conti und Opel: Wie reagieren, wenn die Unternehmen Verluste machen und vielleicht sogar von Insolvenz bedroht sind?

Die Gewerkschaftsvorstände und Betriebsratsfürsten geben darauf allesamt folgende Antwort: Verständnis für die schwierige Situation, Bereitschaft zu Verzicht, der dann gern als „notwendiges Opfer“ bezeichnet wird, Schulterschluss mit dem Management und hoffen auf Staatshilfe, damit das Unternehmen gerettet wird ... Gerade im Fall Opel wird das besonders deutlich. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz (IG Metall) führt sich seit Wochen als Opel-Sprecher auf. Sowohl wenn es darum geht, Staatshilfen zu fordern, als auch dann, wenn die OpelanerInnen auf Arbeitsplatzabbau und Lohnverlust (von mehr als 10 %) eingeschworen werden sollen. Er will Opel vom amerikanischen Mutterkonzern GM lösen und erklärte gemeinsam mit dem Management: Opel müsse dann „selbst für mögliche Restrukturierungen und Volumenanpassungen sorgen. Der Verkauf eines Werkes könnte sozial verträglich und finanziell sinnvoll gestaltet werden.“ Ein Manager hätte es nicht anders formuliert. Die 3,3 Mrd. Euro Steuergelder, die gefordert werden, sollen also noch zur Arbeitsplatzvernichtung benutzt werden.

Im Interesse der Arbeitenden ist eine ganz andere Antwort auf die Krise nötig: Ein gemeinsamer Kampf gegen jede Entlassung und gegen jeden Lohnverzicht! Es ist keine „wirtschaftliche Notwendigkeit“, dass die Arbeitenden die Kosten der Krise bezahlen sollen. An den Milliardenpaketen der verschiedensten Staaten haben wir gesehen, wie schnell die Herrschenden bereit sind, die „heiligen Marktgesetze“ außer Kraft zu setzen, wenn ihre Interessen bedroht sind. Es ist allein eine Frage des Kräfteverhältnisses, ob wir Arbeitenden zur Kasse gebeten werden, oder doch die Aktionäre und andere Kapitalisten. Und in einer gemeinsamen Bewegung kann die Arbeiterklasse die nötige Kraft entwickeln. Das ist in der Krise die größte Sorge der Herrschenden!


Marx
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