Revolutionär Sozialistische Organisation

Starke Lohneinbußen und erste Kämpfe in Osteuropa

Mittwoch 18. März 2009

Russland, Polen und die anderen osteuropäischen Länder sind von der heranrollenden Krise schneller und bisher stärker betroffen als Deutschland. Die russische Wirtschaft ist innerhalb eines Jahres um fast ein Viertel eingebrochen. Die polnische Autoindustrie sogar um 34 %. Die Arbeitslosigkeit steigt an. In Russland haben alleine im Januar offiziell 300.000 Menschen ihren Job verloren!

Die Krise lässt die osteuropäischen Währungen purzeln. Der Rubel hat seit letztem Sommer 40 % an Wert verloren, der polnische Zloty seit Januar etwa 20 %. Diese Inflation frisst mit einem Schlag alle Lohnerhöhungen der letzten Jahre auf. Die Reallöhne in Russland sind in einem Jahr um 10 % gesunken. Ein Fest für alle Konzerne! So rechnet z. B. die russische Ölindustrie vor, dass diese Lohnentwertung ihre Gewinne um Dutzende Milliarden Euro steigert. Zwar werden Arbeitslosenhilfe und Renten erhöht, aber wohlgemerkt nur unterhalb der Inflationsrate.

Doch diese Abwälzung der Krisenkosten auf die Bevölkerung bleibt nicht unbeantwortet. Eine Welle von Demonstrationen gegen den Sozialabbau hat in Lettland die Regierung zum Rücktritt gezwungen. An vielen Orten wird gegen den Arbeitsplatzabbau protestiert, zum Beispiel im südlichen Polen, wo sich 3.000 Stahlarbeiter Anfang Februar Schlachten mit der Polizei lieferten. Die Regierungen bereiten sich auf zunehmende Kämpfe vor. Neu geschaffene Polizeieinheiten und verschärfte Gesetze stehen nicht nur in Russland bereit. Einer kämpferischen Bewegung stellen sich noch andere Hindernisse in den Weg, die überwunden werden müssen: Die Vereinzelung der Kämpfe sowie Rassismus und Nationalismus. In Russland wenden sich diese gegen Immigranten vor allem aus Usbekistan und dem Kauskasus, in Polen gegen Weißrussen und Ukrainer.

Die ArbeiterInnen in Osteuropa können sich wehren. Die Solidarnosc-Bewegung in den 80er Jahren in Polen hat es gezeigt. Wenn es zu einem Zusammenschluss der einzelnen Kämpfe kommt, dann wird schnell deutlich: Streiks und Proteste sind eine wirksame Waffe der Arbeitenden und der Internationalismus ist das Schutzschild gegen die vielen Versuche, sie zu spalten.


Marx
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