Revolutionär Sozialistische Organisation

Guadeloupe: Ja, wir können gewinnen!

Mittwoch 18. März 2009

Am 20. Januar begann auf der französischen Karibikinsel vor Mittelamerika ein Generalstreik, der nach fünf Wochen erfolgreich zu Ende ging. Der Streik legte das gesamte Leben der Insel lahm, auf der 450.000 Menschen leben.

Was haben sie erkämpft? Bis zu 200 Euro mehr Lohn, Preissenkungen für viele Dinge des alltäglichen Bedarfs und für Benzin. Die Mieten wurden eingefroren und eine Erhöhung für dieses Jahr zurückgenommen. 19 neue Lehrer müssen eingestellt werden. Wie kann es sein, dass angesichts der Krisensituation die Bevölkerung einer so kleinen Insel einen so großen Erfolg erkämpfen konnte?

Die Streikenden haben sich – im Gegensatz z. B. zur IG Metall bei Opel – eben nicht auf das Gejammere der Unternehmer eingelassen, dass die Forderungen sie ruinieren würden, vor allem in der jetzigen wirtschaftlichen Lage... Die Arbeitenden auf Guadeloupe haben die angeblichen Probleme der Unternehmen nicht wichtiger genommen als ihre eigenen Probleme. Im Gegenteil, sie haben ausschließlich für ihre Bedürfnisse und die der gesamten Bevölkerung gekämpft. Und dies hatte eine bedrohliche Auswirkung. Eine weitere französische Insel – Martinique – schloss sich zwei Wochen später dem Streik an. Hier war der Streik am Ende ebenso erfolgreich wie auf Guadeloupe. Viele Franzosen auf dem Kontinent schauten mit Sympathie nach Guadeloupe. Trotz aller Versuche der französischen Regierung, diesen Streik auszusitzen oder Teile der Bevölkerung gegeneinander aufzuhetzen, musste sie und die Unternehmer nachgeben. Die Gefahr der Ansteckung in Frankreich selbst war zu groß. Dies wollte man unbedingt verhindern.

Wir können viel erreichen

Das Beispiel vom Kampf einer kleinen Insel zeigt, dass wir den Arbeitsplatzabbau, die Lohnkürzungen und den zukünftigen Sozialabbau infolge des Milliardenregens für Großkonzerne nicht hinnehmen müssen. Wir Arbeitenden können eine Macht sein, vor der die Aktionäre, Manager und Regierenden Angst haben. Sie wollen um jeden Preis, dass Ruhe in Deutschland herrscht, um weiter ihre Geschäfte machen zu können. Vor Massenprotesten und Streiks haben sie Angst, denn das stellt ihren Machtanspruch in Frage. Und nur in einer solchen Situation sind sie bereit, unseren Forderungen nachzugeben.


Marx
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