Revolutionär Sozialistische Organisation

28. März – Das notwendige Signal für eine breite Gegenwehr!

Donnerstag 26. März 2009

Erst feierten die Manager von Continental die Geschäftsbilanz... dann verkündeten sie, die Werke in Clairoix/Frankreich und Hannover zu schließen. In beiden Werken hatten die ArbeiterInnen vorher Lohnkürzungen (in Hannover minus 500 €!) oder längere Arbeitszeiten akzeptiert. Dafür gab es eine Arbeitsplatzgarantie... die nun nicht das Papier wert ist. Die Opel-Manager träumen ebenfalls von Werksschließungen und Lohnkürzungen im zweistelligen Prozentbereich, so wie der Stahlriese Thyssen/Krupp. Dies ist der Anfang massiver Angriffe gegen die Facharbeiter und Stammbelegschaften. Dies ist der Versuch, das bislang relativ hohe Lohnniveau und andere tarifliche Errungenschaften, die einmal in Streiks erkämpft wurden, über Bord zu werfen. Für alle Arbeitenden und ihre Familien steht Einiges auf dem Spiel!

Die Löhne der Arbeitenden sinken bereits seit Jahren. 6,5 Mio. Menschen arbeiten zu Niedriglöhnen. Die Mehrheit von ihnen hat eine Berufsausbildung oder hat studiert. 1,9 Mio. müssen inzwischen gar mit mit 5 € brutto in der Stunde auskommen. Preissteigerungen fressen selbst Lohnerhöhungen auf. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit reißen weitere Löcher ins Portemonnaie und sorgen für Zukunftsängste. Immer häufiger müssen Familien mit einem Gehalt auskommen. Immer mehr Rentner müssen mit Minirenten (über)leben. Sie alle haben jeden Grund, Lohnkürzungen zu verweigern und ein paar Hundert Euro im Monat mehr zu verlangen! Alle Arbeitenden haben das Recht, ein Verbot von Entlassungen zu fordern!

Doch Regierung und Unternehmer wollen uns weismachen, dass wir alle im selben Boot säßen und nun verzichten müssten. Dabei erhalten Manager ihre Millionengehälter auch in Konzernen, die Minus gemacht haben, oder Massenentlassungen vornehmen: Die VW-Führungsriege bekam 45,4 Mio. € (dreimal mehr als 2007) und Löscher (Siemens) bekam fast 10 Mio. € – dafür muss ein Durchschnittsarbeiter 325 Jahre arbeiten. Trotz Krise zahlen die 30 größten Unternehmen mindestens 45 Mrd. € Dividenden an ihre Aktionäre. Die Reichen werfen zur Sicherung oder Erhöhung ihrer Gewinne Arbeiter auf die Straße oder kürzen Löhne... und viele nutzen die Gunst der Stunde, um sich umzustrukturieren und Konkurrenten Marktanteile abzuluchsen.

Dreist nehmen die Unternehmen sich heraus, mit uns alles zu machen, was Gewinne sichert oder gar erhöht. Da müssen wir mit gleicher Stärke dagegenhalten! Sie haben genug Zugeständnisse erpresst. Der Staat hat ihnen genug Geschenke gemacht, um dann bei Bildung und Gesundheit zu kürzen. Kein Cent mehr für Konzerne und für die Reichen! Es liegt an uns, die notwendigen Antworten auf diese massiven Angriffe gegen alle Arbeitenden, Erwerbslosen, Jugendlichen und Alten zu organisieren. Es ist nötig, Proteste und Streiks für ein Verbot von Entlassungen und gegen Werksschließungen mit denen gegen Kurzarbeit zu verbinden. Was viele Arbeitende, Arbeitslose und Rentner brauchen, ist mehr Geld in den Portemonnaies. Einige aktuelle Beispiele zeigen, dass es möglich ist, dafür zu kämpfen. Auf den französischen Inseln Guadeloupe und Martinique erzwang die Bevölkerung nach 5-wöchigem Streik 200 € Lohnerhöhung, Senkung der Preise und Stabilisierung der Mieten. Letzte Woche haben in Frankreich beim zweiten Aktionstag in diesem Jahr, bei dem zum Generalstreik aufgerufen wurde, 3 Millionen Menschen protestiert.

Eine machtvolle Demonstration könnte auch am 28. März gelingen. Ein bundesweites Bündnis aus Gewerkschaftsgliederungen, außerparlamentarischen Netzwerken, sozialistischen Organisationen und Erwerbsloseninitiativen ruft für diesen Tag zu Demonstrationen in Berlin und Frankfurt auf. Wir haben es in der Hand, mit Protesten und Streiks, die Pläne der Unternehmen und Regierung zu durchkreuzen. Die Demonstration am Samstag könnte das Signal geben:

Für ein Verbot von Entlassungen! Keine Kurzarbeit! Voller Lohn für alle! Für höhere Löhne und Sozialleistungen! Offenlegung der Geschäftsbücher!

Demonstration: „Wir zahlen nicht für eure Krise!“

Samstag 28. März 2009, 12 Uhr Rotes Rathaus

Aktive Kolleg/inn/en und oppositionelle Gewerkschafter/innen treffen sich 11:45 zwischen Neptunbrunnen und Marienkirche hinter dem Transpa­rent: „Der Kampf gegen Arbeitslosigkeit fängt in den Betrieben an!


Marx
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