Revolutionär Sozialistische Organisation

Die „Krise bekämpfen“ geht nur mit Streik!

Mittwoch 20. Mai 2009

Am letzten Samstag demonstrierten fast Hunderttausend ArbeiterInnen unter dem Motto „Die Krise bekämpfen“ gemeinsam in Berlin. Sie kamen aus ganz Deutschland aus den verschiedensten Betrieben und Gewerkschaften, um das Zeichen zu setzen, dass diese Krise nicht auf dem Rücken der Arbeitenden ausgetragen werden darf. In den vergangenen Monaten gab es aus diesem Grunde bereits mehrere Proteste.

So demonstrierten Ende Februar und Anfang April 10.000 Stahlarbeiter aus ganz Deutschland gleich zweimal in Duisburg gegen den drohenden Abbau von 7.000 Arbeitsplätzen bei Thyssen. In Alzenau protestierten Mitte April 3.000 ArbeiterInnen von Mahle sowie von Kolbenschmidt gegen die drohende Schließung des Mahle-Werkes. 400 Arbeiter sollen hier bei einem der größten Autozulieferer vor die Tür gesetzt werden. Und Ende April protestierten zeitgleich sowohl in Hannover französische und deutsche Conti- als auch in Stuttgart Mahle-ArbeiterInnen gegen die Schließung ihrer Werke. Am 6. Mai begannen die Arbeiter von Federal Mogul sogar zu streiken gegen die Streichung von 436 der 1.600 Arbeitsplätze in Wiesbaden. Obgleich der Streik nur vier Tage dauerte und von der IG Metall zwischendurch drei Tage ausgesetzt wurde, musste der Autozulieferer, der mit seinen Gleitlagern und Buchsen sämtliche Autowerke just-in-time beliefern muss, seine Pläne unter dem Druck der ArbeiterInnen teilweise vom Tisch nehmen. Dennoch: 120 ArbeiterInnen werden über freiwillige Aufhebungsverträge abgebaut. Diese Arbeitsplätze werden nicht wieder besetzt.

Der Streik und die zum Teil sehr großen Demonstrationen zeigen trotzdem einmal mehr, dass viele Arbeitenden sich nicht alles gefallen lassen und für die Krise nicht bluten wollen, während gleichzeitig dieses Jahr Millionen von Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet wurden (Thyssen: 669 Mio. Euro – Daimler: 600 Mio. Euro). Und die ArbeiterInnen bei Federal Mogul haben gezeigt, dass allein ein Streik von vier Tagen Manager und Aktionäre zum Zurückweichen bringen kann. Und wie viel könnten erkämpfen, wenn alle gemeinsam protestieren und streiken würden: Die von der Krise direkt betroffenen Arbeitenden und die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes, die die Auswirkungen erst mit den nächsten Kürzungsplänen der Regierung erleben werden. Bislang bleiben die Proteste meistens lokal isoliert, auf einzelne Unternehmen begrenzt oder Eintagsfliegen. Die Gewerkschaften versuchen zu selten, sie zu vereinen oder gar auszuweiten und Streiks sind die große Ausnahme. Auf der großen Demonstration am 16. Mai sprachen einige Führer der größten Gewerkschaften Deutschlands, wie Sommer (DGB), Huber (IG Metall), Bsirske (Ver.di) oder Wiesehügel (IG BAU). Ihre Reden waren kämpferisch, aber blieben ohne Perspektive. Kämpferische Reden und Demonstrationen allein werden Manager und Aktionäre nicht schrecken.

Erst wenn unsere Proteste in großer Zahl in der Arbeitszeit stattfinden, können wir den Plänen von Regierung und Konzernen etwas entgegensetzen. Nur ein konsequenter Streik kann schließlich Kurzarbeit, Lohnkürzungen, Entlassungen und Sparpläne verhindern. Auf diese Weise kann auch die Vereinzelung der Betriebe und der Beschäftigten – ob in Kurzarbeit oder nicht – überwunden werden. Die Arbeitenden können sich miteinander über alle Betriebsgrenzen hinweg organisieren und aktiv werden. Das muss uns Arbeitenden bewusst sein und wir dürfen nicht davor zurückschrecken, das Mittel Streik einzusetzen. Er ist unsere einzig wirksame Waffe.


Marx
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