Revolutionär Sozialistische Organisation

Bahn-Privatisierung auf Biegen und Brechen

Sonnabend 16. Mai 2009

Der Unfall in Eschede mit über 100 Toten liegt nun schon mehrere Jahre zurück. Die Bahn schob es auf den Hersteller; der wiederum konterte, dass die Bahn eigenmächtig die Grenzmaße und die Wartungsintervalle verlängert hatte. Die Gerichte kamen zu dem Schluss, dass die Schuldfrage nicht eindeutig zu klären wäre, da zu viele verschiede Umstände und unglückliche Verkettungen dazu geführt hätten.

In den letzten Wochen und Monaten kam es in Berlin zu mehreren Unfällen. Am Biesdorfer Kreuz und in Berlin-Karow stießen Züge zusammen. Es gab mehrere Verletzte – aber zum Glück keine Toten. Wichtige Sicherheitstechnik der Stellwerke war aus Kostengründen über Jahre nicht repariert (Biesdorfer Kreuz) oder beim Umbau gleich eingespart worden (Karow). Die Beschäftigten mussten die fehlende Sicherheitstechnik ausgleichen. Eine enorme Mehrbelastung. Doch den Bahnchefs ist aus Profitinteressen kein Risiko zu groß und so strichen sie den zweiten Mann auf den Stellwerken. Am 1. Mai entgleiste am S-Bahnhof Kaulsdorf eine S-Bahn. Ein Rad war gebrochen. Die S-Bahn-Chefetage tönte gleich, dass es sich nicht um ein Rad der Bauform des ICEs von Eschede handele und beide Fälle sich nicht vergleichen ließen. Müssen aber diese Räder nicht ebenso regelmäßig kontrolliert werden? Doch genau daran wird gespart. Die Werkstätten für die kleineren, täglichen Reparaturen sind bis auf ein unerträgliches Maß reduziert worden. Jetzt soll auch noch die Hauptwerkstatt in Schöneweide dichtgemacht werden. Und so lassen sich die Ursachen für Eschede und die Unfälle in Berlin sehr wohl vergleichen: Sparen aus Profitinteressen.


Marx
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