Revolutionär Sozialistische Organisation

Streik – unsere schärfste Waffe

Sonnabend 16. Mai 2009

In den vergangenen Monaten gab es mehrere Proteste, ja sogar einen kleineren Streik, gegen den Abbau von Arbeitsplätzen. Ende Februar und Anfang April demonstrierten 10.000 Stahlarbeiter aus ganz Deutschland gleich zweimal in Duisburg gegen den drohenden Abbau von 7.000 Arbeitsplätzen bei Thyssen. In Alzenau protestierten Mitte April 3.000 ArbeiterInnen von Mahle sowie von Kolbenschmidt gegen die drohende Schließung des Mahle-Werkes. 400 Arbeiter sollen hier bei einem der größten Autozulieferer vor die Tür gesetzt werden. Und Ende April protestierten zeitgleich sowohl in Hannover französische und deutsche Conti- als auch in Stuttgart Mahle-ArbeiterInnen gegen die Schließung ihrer Werke. Am 6. Mai begannen die Arbeiter von Federal Mogul, gegen die Streichung von 436 der 1.600 Arbeitsplätze in Wiesbaden zu streiken. Obgleich der Streik nur vier Tage dauerte und von der IG Metall zwischendurch drei Tage ausgesetzt wurde, musste der Autozulieferer, der mit seinen Gleitlagern und Buchsen sämtliche Autowerke just-in-time beliefern muss, seine geplanten Pläne unter dem Druck der ArbeiterInnen teilweise vom Tisch nehmen. Dennoch: 120 ArbeiterInnen werden über freiwillige Aufhebungsverträge abgebaut. Diese Arbeitsplätze werden nicht wieder besetzt.

Es zeigt trotzdem einmal mehr, dass viele Arbeitende nicht bereit sind, sich alles gefallen zu lassen und für die Krise zu bluten, während gleichzeitig dieses Jahr Millionen von Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet wurden (Thyssen: 669 Mio. Euro – Daimler: 600 Mio. Euro). Und die ArbeiterInnen bei Federal Mogul haben gezeigt, dass allein ein Streik von vier Tagen Manager und Aktionäre zum Zurückweichen bringen kann. Wie viel könnte man nicht erkämpfen, wenn alle von der Krise betroffenen Arbeitenden gemeinsam und unbefristet streiken würden?

Bislang bleiben die Proteste jedoch lokal isoliert oder auf einzelne Unternehmen begrenzt. Die Gewerkschaften IG Metall oder IG BCE versuchen nicht, sie zu vereinen oder gar auszuweiten und Streiks bleiben die große Ausnahme. Doch nur ein konsequenter Streik kann Kurzarbeit, Lohnkürzungen und Entlassungen verhindern. Im Streik können die Arbeitenden die Vereinzelung überwinden und sich betriebsübergreifend organisieren. Das muss allen ArbeiterInnen bewusst sein – wir dürfen nicht davor zurückschrecken, dieses Mittel einzusetzen.


Marx
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