Revolutionär Sozialistische Organisation

Pakistan: Obamas Krieg für den Terror

Sonnabend 16. Mai 2009

Seit Ende April führt die pakistanische Armee einen Krieg gegen die Taliban im eigenen Land. Eine halbe Million Menschen ist auf der Flucht.

Die islamistischen Rebellen hatten seit 2007 versucht, die Regierung mit Terroranschlägen herauszufordern und nordpakistanische Gebiete unter ihre Kontrolle zu bekommen. Dabei griffen sie nicht nur Polizei und Militär an, sondern auch die einfache Bevölkerung. Besonders richtete sich der Terror gegen Frauen: Mädchenschulen wurden mit Bomben attackiert, Schülerinnen Säure ins Gesicht gespritzt. Das ist die Perspektive der Taliban: rücksichtslose Unterdrückung aller, die nicht ihrem Moralkodex folgen wollen.

Allerdings ist die pakistanische Regierung alles andere als ein Bollwerk gegen die Islamisten. Noch im Februar hatte sie mit den Taliban einen Waffenstillstand geschlossen und ihnen erlaubt, ganze Provinzen zu kontrollieren und dort die Scharia, die islamistischen Rechtsvorschriften, einzuführen. Die Taliban sind regelrecht ein Produkt der pakistanischen Bourgeoisie und des Westens. Als in 80’er Jahren die UdSSR in Afghanistan einmarschierte, organisierten die USA den Guerillakrieg gegen die Russen. Der pakistanische Geheimdienst bekam Milliarden und baute islamistische Gruppen wie die Taliban auf.

Seit damals ist der Norden Pakistans auch voller afghanischer Flüchtlinge, deren elende Situation dem Islamismus immer wieder neue Aktivisten zutreibt. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise, die Pakistans ArbeiterInnen hart trifft, führt zu einer weiteren Verschärfung der Situation. Erst wenn die pakistanische Arbeiterbewegung eine kämpferische Perspektive gegen die Auswirkungen der Krise bietet, kann den Islamisten das Wasser abgegraben werden.

Es ist kein Zufall, dass die jetzige Offensive gegen die Taliban zeitgleich zum Besuch der Präsidenten Afghanistans und Pakistans in Washington begann. Aller Worte von „Change“ zum Trotz setzt auch Obama weiterhin auf einen militärischen Sieg der Besatzungstruppen in Afghanistan und fordert militärische Maßnahmen gegen die Taliban in Pakistan. Auch unter Obama werden in beiden Ländern Milliardenprogramme für die „Sicherheit“ ausgegeben, während für Entwicklungshilfe nur ein Bruchteil bereitsteht.

Die Offensive wird die Taliban nicht stoppen, sondern ihnen nur mehr Anhänger bescheren. Ohne Rücksicht auf die BewohnerInnen werden Artillerie und Luftangriffe eingesetzt und die Regierung gibt selbst zu, dass sie mit der Versorgung der halben Million Flüchtlinge überfordert ist. Thank you Mr. President!


Marx
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