Revolutionär Sozialistische Organisation

Die Krise ist eine Krise des Kapitalismus

Sonnabend 13. Juni 2009

Die AktionärInnen haben in den letzten Jahrzehnten immer mehr Profite gemacht und die Produktivität in die Höhe geschraubt, während die zahlungsfähige Nachfrage nicht mehr mithalten konnte. Nur durch aberwitzige Konsumentenkredite und Hypotheken in den USA und anderen Ländern konnte in den letzten Jahren weltweit der Konsum künstlich aufrecht erhalten werden. Die UnternehmerInnen haben seit der ersten bedeutenden Nachkriegskrise 1973 dieses Problem des mangelnden Absatzes erkannt.

Seither wissen sie nicht mehr, in welche Produktion sie gewinnbringend investieren sollen, wenn die Waren am Ende nicht mehr verkauft werden können. Und so begannen sie zu spekulieren – mit Immobilien, Rohstoffen oder zuletzt gar Nahrungsmitteln und trieben die Preise in unermessliche Höhen. Und damit haben sie immer neue lokale oder regionale Krisen verursacht (z. B. Asienkrise 1997, Russland 1998, Argentinien 2001), wenn die Spekulationsblasen platzten. Seit Mitte 2007 erleben wir nun eine weltweite Krise, die sich nicht lokal auf die USA begrenzen ließ und ein Ausdruck für die Widersprüchlichkeit des Kapitalismus ist: Immer mehr Reichtum, den die Arbeiterklasse tagtäglich durch ihre Arbeit schafft, wird nicht dafür genutzt, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, sondern verspekuliert. Und dies führt zu Hungersnöten und Obdachlosigkeit, weil die Preise zu hoch und die Löhne zu niedrig sind.

Können Staatshilfen die Bevölkerungen retten?

Wenn nun einzelnen Konzernen von den Regierungen der Welt staatliche Hilfen gegeben werden, so wird die dauerhafte Absatzkrise keineswegs überwunden. Denn die zahlungskräftige Nachfrage fehlt weiterhin. Die Staatshilfe wird lediglich dazu führen, dass einigen Großunternehmen das Überleben gesichert wird. Viele andere kleinere Firmen werden sang- und klanglos über den Jordan geschickt. Und noch viel mehr ArbeiterInnen werden durch Umstrukturierungen der geretteten Unternehmen oder Firmenpleiten ihren Arbeitsplatz verlieren oder gezwungen werden, auf Teile ihres Lohnes zu verzichten.

In den nächsten Monaten und Jahren werden auf diese Weise Millionen von Menschen auf der ganzen Welt verarmen und an den Rand der Verzweiflung gedrängt werden – auch in Deutschland. Ein Wirtschaftssystem, das aber einem großen Teil der Menschheit nicht mehr ein genügendes Auskommen sichern kann, muss abgeschafft werden. Die Arbeiterklasse muss es durch ein sozialistisches Wirtschaftssystem ersetzen, das im Interesse der Bevölkerung planmäßig und rational produziert. Nur so können wir die kapitalistischen Krisen dauerhaft überwinden.


Marx
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