Revolutionär Sozialistische Organisation

Privatisierte Züge fahren über Eschede!

Montag 6. Juli 2009

In Berlin ist seit Wochen das Chaos bei der S-Bahn perfekt. Überfüllte Züge, Zugausfälle, entnervte Fahrgäste und gestresste Bahner, die den Frust abbekommen.

Die Politiker zeigen sich erschrocken und tun unwissend über die unzumutbaren Zustände. Die Geschäftsführung der Berliner S-Bahn hätte den Bogen überspannt und es müssten „ernsthafte“ Konsequenzen gezogen werden. Die Show kann beginnen. Die alten Marionetten der Geschäftsführung wurden durch neue ersetzt. Wird sich etwas ändern, wenn man einen Eimer frische Farbe über ein verrostetes Wrack kippt? Oder sollen in Wahrheit nur Probleme übertüncht werden? Es wird so getan, als ob das Management einen Fehler gemacht hätte.

Dabei ist es der ganz „normale“ Weg, den die Bahn seit ihrer Privatisierung 1994 nimmt. Bei der S-Bahn in Berlin wurden die Folgen in den letzten Wochen besonders sichtbar. Nach einem Achsbruch an einem ICE in Köln bekam die S-Bahn die Auflage, verstärkt Kontrollen an ihren baugleichen Achsen vorzunehmen. Nach zu langem Zögern der S-Bahn hat das EBA (Eisenbahnbundesamt) die Notbremse und mehr als 500 Wagen aus dem Verkehr gezogen. Dies zeigt, dass der DB Konzern Sicherheit nicht so wichtig nimmt. Eine immer länger werdende Kette von Unfällen beweist dies für das gesamte Unternehmen.

Ursache hierfür sind der massive Stellenabbau (ungefähr 100.000 Stellen wurden seit 1994 abgebaut), die Schließung von Werkstätten, das Hinauszögern von vorgeschriebenen Wartungen, fehlende Investitionen in Sicherheitstechniken, permanente Arbeitsüberlastung und eine immer schlechter werdende Ausbildung der Bahner. Darüber hinaus werden Züge bewusst unterhalb von vorgeschriebenen Industrienormen bei den Herstellern bestellt und Achsprüfanlagen, z. B. bei der S-Bahn Berlin, bewusst nicht angefahren.

Das Management der Bahn zeigt, dass es keine Skrupel kennt. Es setzt bewusst das Leben von BahnerInnen und Fahrgästen aufs Spiel, weil damit Kosten gedrückt werden können, die auf diese Weise zu Milliardengewinnen werden. Nur wenn diesem unermesslichen Streben nach Profiten ein Ende gemacht wird, kann die Sicherheit bei der Bahn wieder hergestellt werden.


Marx
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