Revolutionär Sozialistische Organisation

1979: Die verratene Revolution Irans

Montag 6. Juli 2009

Im Februar 1979 kam es in Teheran zum entscheidenden Aufstand, der am 12. Februar zum Sturz des diktatorischen Schah-Regimes führte. Seit der zweiten Hälfte der 70er Jahre hatte sich die wirtschaftliche Situation des Irans zunehmend verschlechtert. Die Inflation beschleunigte sich und die Erdölexporte sanken. Die Mieten und die Arbeitslosigkeit stiegen. Seit Beginn des Jahres 1978 gingen große Teile der Bevölkerung daher auf die Straße. Von März an kam es zu Streiks. Damit schlossen sich den Protesten - die bis dahin vor allem von Studenten und Selbständige getragen wurden - auch die Armen, die Fabrik-, die Bauarbeiter und Ende 1978 endlich auch die Arbeiter der Erdölraffinerien in großer Zahl an. Die Arbeiterklasse wurden zum entscheidenden Faktor.

Die Armee tötete im Laufe des Jahres 1978 Tausende von Demonstranten, doch die Bewegung war nicht mehr aufzuhalten. In dieser Situation waren es die Mullahs, mit Khomeini an ihrer Spitze, die die Demonstrationen für den Sturz des Regimes in vielen Teilen des Landes organisierten und für sich manipulierten. Die bedeutendsten oppositionellen Organisationen, insbesondere die stalinistische Tudeh-Partei, glänzten durch Mitläufertum, das es den Arbeitenden unmöglich machte, sich gegen die religiösen Fanatiker durchzusetzen. Und dabei war der Einfluss der Tudeh-Partei nicht unerheblich. Nicht nur viele Arbeiter sondern auch große Teile der Armee gehörten ihr an. Die Tudeh-Partei lief den Fundamentalisten unkritisch hinterher, unter dem Vorwand, jede Art politischer Differenzen innerhalb der Bewegung würden nur dem Schah helfen. Mehr noch. Diese atheistische Partei erwartete von ihren eigenen Anhängerinnen sogar, dass sie nun Kopftücher auf den Demos tragen und rief bei einem Referendum im März 1979 – in der Hoffnung ein legales Plätzchen in dem neuen System zu erhalten – dazu auf, für die islamische Republik zu stimmen. So konnten die Fundamentalisten die Macht übernehmen, weil die iranische Arbeiterklasse keine politische Führung hatte, die eine unabhängige Politik im Interesse der Arbeitenden und Armen des Landes vertrat.


Marx
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