Revolutionär Sozialistische Organisation

Ein teures Verbrechen: der Krieg in Afghanistan

Montag 6. Juli 2009

3 Milliarden Euro hat Deutschland bislang offiziell für den Afghanistan-Einsatz ausgegeben. In Wirklichkeit dürften viele zusätzliche Kosten im Bundeswehr-Etat versteckt sein, der jetzt für 2010 und 2011 auf jeweils 31,1 Mrd. € aufgestockt wurde. Denn der Afghanistan-Krieg, bei dem Deutschland das drittgrößte Militärkontingent stellt, ist der bedeutendste Einsatz der Bundeswehr. Zeitgleich zur größten US-amerikanischen Militäroffensive seit 5 Jahren, wurde nun noch die zusätzliche Entsendung von vier deutschen AWACS-Flugzeugen mit 300 Soldaten beschlossen. Deutschland leistet so durch die Koordinierung der militärischen Flugaktivitäten Schützenhilfe für eine großangelegte Eskalation des Krieges in Afghanistan.

Die Bundeswehr wird mithelfen, Häuser und Schulen zu zerstören, Menschen zu töten und Familien zu vertreiben. Denn die Kriegseinsätze schikanieren und terrorisieren seit Jahren die Zivilbevölkerung und treiben sie in die Arme der reaktionären Taliban. Insbesondere die Luftangriffe sind berüchtigt. Anfang Mai starben bei der Bombardierung der Ortschaft Balabuluk über hundert Zivilisten, insgesamt gibt es Zehntausende Opfer seit Beginn dieses Krieges. Außerdem zerstört der Krieg die Lebensgrundlagen der Menschen in Afghanistan: Nur 25 % von ihnen haben Zugang zu sauberem Wasser. 80 % der Kindersterblichkeit in Afghanistan ist auf vermeidbare Krankheiten zurückzuführen.

Aber auch deutsche Soldaten zahlen den Blutzoll für diesen Krieg. 35 von ihnen sind bislang in Afghanistan gestorben. Erst Ende Juni kehrten drei junge Männer im Sarg zu ihren Familien und Freunden zurück. Uns wird erklärt, sie seien „im Einsatz für den Frieden gefallen“, für den Aufbau der Demokratie. Doch Frieden ist für die afghanische Bevölkerung ein Fremdwort. Die angebliche „Wiederaufbauhilfe“ ist ein Witz: 90 % der Gelder, die die NATO-Staaten für Afghanistan ausgeben, sind Militärausgaben. Und Hilfsorganisationen, die versuchen, etwas Sinnvolles zu tun, werden durch die Militäreinsätze in ihrer Arbeit behindert.

Was auch immer man uns erzählt, bei diesem Krieg geht es nicht um Demokratie, sondern um die Vorherrschaft im Mittleren Osten, der so reich ist an Öl und Gas. Milliarden werden ausgegeben und der Tod von Zigtausenden in Kauf genommen, um der Kriegsindustrie und den Konzernen zu neuem Reichtum zu verhelfen. Um wirklich Freiheit und Demokratie in Afghanistan zu befördern, ist die erste Bedingung der sofortige Abzug aller Truppen!


Marx
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