Revolutionär Sozialistische Organisation

Alles strahlt, Siemens lacht: Mit Atom wird Geld gemacht!

Montag 14. September 2009

Der Skandal um das Atommülllager Asse hat die Atomkraft zum Wahlkampfthema gemacht. In diesem ehemaligen Bergwerk wurden Ende der 60er Jahre Fässer mit radioaktivem Abfall eingelagert, um zu erproben, ob sich Bergwerke als Endlager eignen. Denn das Kernproblem der Kernkraft bleibt die Lagerung des über viele Jahrtausende hochgefährlichen Abfalls. Jetzt wurde bekannt, dass niemand weiß, wie viel Plutonium eigentlich in Asse liegt – jedoch viel mehr als ursprünglich angenommen. Chaos beim Betreiber oder bewusste Täuschung der Bevölkerung? Bei Atommüll weiß man nicht, was schlimmer wäre.

Doch das eigentliche Problem: Asse läuft voll Wasser, so dass die strahlenden Fässer keinesfalls für die geforderten eine Million Jahre sicher liegen. Bereits 1983 warnten Wissenschaftler vor Wassereinbrüchen. Damals sollte mit Hilfe der Erfahrungen aus Asse bewiesen werden, dass sich das Bergwerk in Gorleben als Endlager eignen würde – bis heute das Wunschlager aller Bundesregierungen. Nun hat Asse im Gegenteil bewiesen, dass auch Gorleben kein sicheres Endlager ist. Doch obwohl diese Gefahren seit fast 30 Jahren bekannt sind, wird Gorleben weiter ausgebaut. Und nun mehren sich sogar die Hinweise, dass die CDU-geführte Bundesregierung 1983 Druck auf Wissenschaftler ausgeübt hat, Gutachten umzuschreiben, um die Gefahren in Gorleben kleinzureden.

Für die Profite der Atomwirtschaft (Konzerne wie Siemens, E.ON und RWE) war der Staat bereit, die Menschen in Bezug auf ihre Sicherheit zu belügen. Doch SPD und die Grünen stehen keinesfalls für ein Ende der Atomkraft. Auch sie bauten Gorleben weiter aus. Auch wenn unter rot-grün der „Atomausstieg“ vereinbart wurde, gab es keinen Abschied von der Atomkraft. Auch unter rot-grün gab es deutsche Steuergelder zum Ausbau russischer AKWs durch Siemens. Und selbst der „Ausstieg“ hierzulande ist eine Farce. Erst 2032 sollen alle deutschen Meiler vom Netz gehen. Bis dahin dürfen die Atomkonzerne weiterhin Riesenprofite machen und Atommüll produzieren und – wie die Skandale um das AKW Krümmel zeigen – fahrlässig mit dem Leben von Menschen und der Verseuchung ganzer Regionen spielen.


Marx
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