Revolutionär Sozialistische Organisation

Privatisierung: Der Staat macht Geschenke... an Großaktionäre!

Donnerstag 15. Oktober 2009

Briefe brauchen lange, die Warteschlangen in den Postfilialen werden länger... es gibt viele Gründe, über die Post zu meckern. Weniger offensichtlich sind die Probleme der Postbeschäftigten. Ständig werden Leute rausgeschmissen. Niedrige Löhne und Scheinselbständigkeit sind Alltag. Während der Leichtathletik-WM warb die Post mit den „sportlichen Leistungen“ der Angestellten. Zusteller oder Briefsortierer konnten darüber nicht lachen, denn ihr Arbeitspensum ist in der Tat rekordverdächtig. Nun kündigte die Post auch noch an, die Zustellung auszulagern... in eines der Tochterunternehmen, wo die Zusteller für weniger Lohn weiterarbeiten sollen. Außerdem sollen die letzten Filialen bis 2011 geschlossen werden.

Die Post ist in der Krise? Nein, mehr Rendite soll fließen!

Längst ist die Post zum weltweit größten Logistikunternehmen aufgestiegen. Private Postkunden oder Arbeitsplätze spielen in diesem Monopoly keine Rolle. Mit der Privatisierung des Konzerns 1995 wurden Post, Postbank und Telekom geschaffen. Unternehmen wurden weltweit dazu gekauft, wie z. B. DHL. Der Börsengang der Post folgte 2000. Der Staat werde die Kontrolle behalten – wurde versprochen. Doch die Postbank ging dieses Jahr mehrheitlich an die Deutsche Bank. Und heute hält der Staat keine Aktien mehr am Post-DHL-Konzern.

Seit 2001 zahlte der Post-DHL-Konzern allein 5,5 Milliarden € Dividende an die Aktionäre. Der Staat ist wieder seiner Rolle gerecht geworden. Er hat eine Geldmachmaschine geschaffen, an der sich Großaktionäre, wie Versicherungen, Banken und Investmentfonds kräftig bereichern. Solange es Kapitalismus gibt, werden sie damit weitermachen und sich auf alles stürzen, was Rendite bringt. Banken, Exportindustrie, Logistiker usw. machen Druck auf Regierungen, diese Geldmachmaschinerie aufrecht zu erhalten. Dies ist die Bedeutung, wenn sie „offene Märkte“ fordern und von „wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ für Wettbewerb reden.


Marx
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