Revolutionär Sozialistische Organisation

Bildung für alle, und zwar umsonst!

Donnerstag 26. November 2009

Am 17. November waren 85.000 StudentInnen und SchülerInnen bundesweit auf der Straße. Seit einigen Wochen besetzen Studenten Hörsäle ihrer Universitäten. Proteste gibt es auch in USA und Österreich.

„Kostenlose Bildung für alle – von der Kita bis zur Uni!“

Studiengebühren bringen die Studenten auf die Palme. In mehreren Bundesländern müssen bereits 500 € plus Einschreibegebühr pro Semester bezahlt werden. Wer länger studiert, zahlt mehr. Das BaföG ist seit Jahren viel zu niedrig. Maximal 648 € kann ein Student bekommen. Davon ist alles einschließlich Krankenversicherung, Miete und Studium zu finanzieren – ein Ding der Unmöglichkeit. Doch immer weniger Studenten und Schüler erhalten noch BaföG, denn Einkommen der Eltern wird rigoros angerechnet, und wer die vielen Vorlesungen und Prüfungen in der zu kurzen Studienzeit nicht schafft, fliegt aus dem Leistungsbezug raus. Das bedeutet für die Mehrheit der Studenten, dass sie nebenher arbeiten müssen. Es ist dringend nötig, dass das BaföG für die gesamten Studienzeit gezahlt wird. Und wie bei allen Sozialleistungen müssen die Sätze wegen der gestiegenen Kosten sofort um 300 € erhöht werden! Doch auch nach dem Uniabschluss schlagen sich immer mehr mit befristeten Jobs und niedrigen Löhnen rum. Schuld daran ist eine Reform, die zur Aufspaltung der Uniabschlüsse in Bachelor und Master geführt hat. Wer nur den Bachelor vorweisen kann, soll nach dem Willen der Unternehmen weniger verdienen. Und so finden sich viel wieder mit befristeten Jobs zu 1200 €. Den Luxus eines Masterabschlusses erhalten nur wenige, die Plätze dafür sind begrenzt.

Ärgernisse, mit denen sich Kinder reicher Eltern nicht rumschlagen müssen. An den Privatuniversitäten, die wie Pilze aus dem Boden sprießen, ist die Rundumbetreuung der zukünftigen Nachwuchsmanager- Elite garantiert. Der Staat fördert diese Privatuniversitäten kräftig. Die staatlichen Universitäten werden dagegen allgemein unterfinanziert und heruntergewirtschaftet - gefördert wird, was der Wirtschaft Vorteile bringt

„Jede Schule ist systemrelevant!“

Die Kürzungen bedeuten an den Schulen, dass es in Klassenzimmern bei Regen von der Decke tropft, Klassen total überfüllt sind und Lehrer fehlen. In Berlin schließt die erste Ganztagsgrundschule wegen Personalmangels, denn für Lehrerstellen gibt’s kein Geld. Mindestens 40.000 Lehrer fehlen bundesweit. Doch gleichzeitig werden zu wenige junge Lehrer ausgebildet (was das Land Berlin nicht daran hindert, Uniabsolventen mit niedrigeren Löhnen als Lückenfüller arbeiten zu lassen). Und so wird das Problem an die Eltern verschoben, die von ihrem Lohn, wenn er denn reicht, Betreuung, Unterricht oder Sport selbst bezahlen müssen. Viele Kinder bleiben dabei auf der Strecke und mit ihnen viele künstlerische und sportliche Talente, die sich nie entwickeln dürfen einfach nur weil das Geld nicht da ist. Kein Zweifel, unsere Ausbildung, unsere Zukunft interessiert die Herrschenden kein bisschen.

Die Studenten sind nicht die Einzigen, die Grund haben gegen Kürzungen zu protestieren.

Die Kürzungen der öffentlichen Gelder sind Angriffe gegen uns alle. Wir sollen aus unserer Tasche immer mehr zahlen für Ausbildung, Gesundheit etc. Die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst oder bei den staatlichen Unternehmen sind betroffen von Stellenabbau, Arbeitsüberlastung und sinkende Löhne. Dabei wissen doch alle, dass mindestens 1500 € netto nötig sind für ein einigermaßen gutes Leben. Die Beschäftigten des Studentenwerkes verlangen daher in Tarifverhandlungen mehr Lohn.

Noch ist es nur eine Minderheit, die die Proteste organisiert. Um die Forderungen durchzusetzen ist eine viel breitere Bewegung unter den Studenten und Schülern gemeinsam mit allen Beschäftigten nötig. Die Prioritäten müssen sich ändern! Statt Banken und Konzernen immer noch mehr Milliardengeschenke zu machen, sollten diese zahlen! Sie haben soviel Reichtum angehäuft, Reichtum, den allein wir mit unserer Arbeit erschaffen haben. Noch jetzt in der Krise werden Gewinne gemacht. Dieser Reichtum muss uns gehören!


Marx
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