Revolutionär Sozialistische Organisation

Bei Daimler, Opel, überall... konsequent gegen Entlassungen kämpfen!

Freitag 11. Dezember 2009

Zuerst Opel, dann Karstadt, jetzt Daimler – Milliarden sollen gespart werden – auf Kosten der Arbeitenden. Das ist gemeint, wenn gesagt wird, die Wirtschaft solle gestärkt aus der Krise hervorgehen! Es gibt keinen Grund, Entlassungen hinzunehmen und auf Lohn zu verzichten. Widerstand ist nötig und möglich! Das zeigen die Proteste der Daimler Beschäftigten in Sindelfingen…

Die Betriebszeitung „Was tun?“ von kämpferischen KollegInnen bei Daimler berichtet dazu am 4. Dezember: „Heute sind wir endlich auf der Straße – da, wo viele von uns nach den Plänen des Vorstands spätestens 2014 landen sollen. Doch Spaß beiseite: Die letzten Tage waren turbulent. Unsere Ohnmacht wandelte sich in Wut, wir haben mit dem Kämpfen begonnen. Dass wir heute hier marschieren, haben wir erreicht, wir alle zusammen! Wir dürfen aber nicht locker lassen, wir müssen unbedingt weiter machen, wo wir am Mittwoch und Donnerstag begonnen haben. Die A-Schicht der E-Klasse Montage hat es vorgemacht: Tausende aus der Montage der E- und C-Klasse haben am Mittwoch die Bänder gestoppt und sind zum Bau 1/1 gezogen.“

Was ist passiert?

Letzte Woche Mittwoch wurde bekannt, dass die Produktion der C-Klasse in Sindelfingen bei Stuttgart zu großen Teilen an andere Standorte verlagert werden soll – aus Kostengründen. Erst Anfang November kündigte die Geschäftsführung von Daimler an, im Jahr 2010 fünf Milliarden Euro einzusparen und die Kurzarbeit für 27.000 Beschäftigte bis zum Ende nächsten Jahres auszudehnen. Ziel ist es höhere Gewinne zu erwirtschaften, um mehr Dividende auszahlen zu können. Von 2006 bis 2008, haben die Aktionäre von Daimler durch die Arbeit der Beschäftigten über acht Milliarden Euro reinen Gewinn eingesteckt. Als Dankeschön gibt’s jetzt den Weg über Abfindung in die Arbeitslosigkeit. Entlassungen müssen verboten werden!

Was geschah 2004?

Schon damals sollte die Produktion der C-Klasse verlagert werden. Die Geschäftsführung erpresste die ArbeiterInnen und errang große Zugeständnisse. Die Lohnkosten sollten so massiv gesenkt werden, dass jedes Jahr 500 Millionen Euro gespart werden. Das bedeutete für Viele Lohnkürzungen von bis zu 700 Euro im Monat. Seitdem gab es noch mehrere Lohnsenkungsabkommen mit den Betriebsräten und der IG Metall. Die Geschäftsführung erklärte, das sei notwendig, um neue Modelle nach Sindelfingen zu holen und die Arbeitsplätze bis 2012 (!) zu erhalten. Doch was ist jetzt? Nun kommt die große Ernüchterung. Das Verzichten hat sich nicht gelohnt – es soll weiter gespart und mehrere Tausend entlassen werden. Jahrelang stopften sich die Aktionäre auf unsere Kosten die Taschen voll und erzählten uns das blaue vom Himmel.

Auch bei Opel

...haben die Arbeitenden schon seit Jahren auf Lohn verzichtet – im Namen der Arbeitsplatzsicherheit. Jetzt soll weiter gespart werden. Egal, ob mit Magna oder GM! Die Löhne sollen um mindestens 250 Millionen Euro gedrückt und tausende von Arbeitsplätzen gestrichen werden.

In einem Flugblatt der Betriebsgruppe „Gegenwehr ohne Grenzen“ bei Opel Bochum heißt es dazu: „Ob nun GM mit oder ohne Magna, wir sind nicht so schwach, wie man uns einreden will. Wer will uns daran hindern, wenn wir einige Tage unsere Zukunft diskutieren...?“ Im Oktober 2004 waren die KollegInnen frustriert vom Abwarten und der Ungewissheit über Stellenabbau. Daraus wurde kämpferische Entschlossenheit. Sie haben den Spieß einfach umgedreht und sechs Tage lang – statt zu arbeiten – beraten, defacto: sie haben gestreikt. Auf einmal waren die Manager in Ungewissheit versetzt! Und in Angst und Schrecken noch dazu, denn einige andere Opelwerke in ganz Europa drohten wegen Mangel von Achsen aus Bochum ebenfalls stillzustehen!

Gegenwehr jetzt!

Gemeinsamer Widerstand sollte unsere Antwort auf ihre Entlassungspläne sein. Denn ob nun bei Opel, Daimler oder jedem anderen Konzern, es muss uns klar sein, dass Verzicht keine Sicherheiten bringt. Wenn wir jetzt nicht anfangen zu kämpfen, dann werden es die Unternehmen in den nächsten Jahren umso einfacher haben, uns auf die Straße zu setzen, zu erpressen und uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Im nächsten Jahr werden Zehntausende Beschäftigte in vielen Betrieben von Entlassung bedroht werden.

Die ArbeiterInnen in Sindelfingen können den Anfang machen, denn seit letzter Woche Montag stehen die Bänder immer wieder still. Sie legen die Arbeit nieder um für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu kämpfen. Aber einzelne Proteste werden nicht ausreichen! Das führt nur dazu den Chefs (wie dem Daimler Vorstandsvorsitzenden Zetsche) einige mündliche Zugeständnisse abzuringen, damit sie dann am Ende doch machen was sie wollen: Profite einfahren um jeden Preis!

Es darf nicht so wie bei Opel sein, wo die IG-Metall bisher nur einige kleine Proteste organisierte. Es geschah nicht viel außer Dampf ablassen, um dann besser mit dem Management zu verhandeln. So etwas ist scheinheilig - wir brauchen echte Entschlossenheit, um uns gegen die Pläne zu wehren. Dazu müssen sich die Arbeiter aus möglichst vielen Standorten – auch international – zusammenschließen. Denn unser Ziel muss es sein, jeden Arbeitsplatz zu verteidigen. Auf Lohn zu verzichten ist dabei keine Lösung.


Marx
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