Revolutionär Sozialistische Organisation

Streik der „Illegalen“ in Frankreich

Montag 16. November 2009

Kein Mensch ist illegal! So heißt eine Kampagne in Deutschland. Die Staaten und Regierungen sehen das anders. Sie betreiben eine systematische Abriegelungspolitik gegen Migranten und Migrantinnen, die Elend, Hunger und Krieg zu entkommen versuchen. Besonders zynisch ist es, wenn die Herrschenden den Mauerfall vor 20 Jahren feiern, während sie in der „Festung Europa“ ein Grenzregime eingeführt haben, das für rund 15.000 „Mauertote“ verantwortlich ist! Allein im ersten Halbjahr 2009 starben wieder 459 Menschen bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen.

Doch auch wenn sie die Einreise geschafft haben, bleiben sie Rechtlose. Vor allem die rechten Parteien und Politiker hetzen gegen sie, indem sie sie als „kriminell“ abstempeln und bei der hiesigen Bevölkerung Ängste schüren. In Wirklichkeit sind sie Teil der Arbeiterklasse und ihre Lage wird von UnternehmerInnen ausgenutzt, um sie besonders krass auszubeuten.

Genau das stellen französische „sans-papiers“, Menschen „ohne Papiere“, jetzt wieder unter Beweis. Rund 5.000 von ihnen waren Mitte November im Streik, einige seit dem 12. Oktober, trotz brutaler Räumungsaktionen der Polizei. Und auf einmal sieht man, wo überall ihre Arbeitskraft gebraucht wird: Ganz besonders auf dem Bau, in der Gastronomie, im Reinigungsbereich und in der Zeitarbeitsbranche. Sie fordern von der Regierung ein dauerhaftes Bleiberecht und machen Druck auf die Unternehmen. Einer ihrer Slogans: „Wir arbeiten hier, wir leben hier, wir bleiben hier!“


Marx
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