Revolutionär Sozialistische Organisation

Klimagipfel: Nichts als heiße Luft

Montag 4. Januar 2010

Die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen sollte die Regierungen dieser Erde dazu bringen, verbindliche Zusagen zur Verminderung ihrer Treibhausgase zu machen. Wenn es nicht gelingt, die weltweite Klimaerwärmung unter 2 Grad zu halten, wird der Meeresspiegel deutlich steigen, Dürren und weiterer Hunger vor allem in Asien und Afrika sind vorprogrammiert.

Doch statt auf die Gefährdung der Lebensgrundlagen dieses Planeten ebenso schnell zu reagieren wie auf die Bankenkrise 2008, ließen die Regierungen den Gipfel scheitern. Auf verbindliche Zusagen hat man sich in Kopenhagen nicht einigen wollen, nur vage Absichtserklärungen konnten mit Mühe erreicht werden. Vordergründig scheiterte ein Abkommen am Streit zwischen den USA und China über die Kohlendioxidverminderung (CO2). Die beiden größten Klimaverschmutzer schoben sich gegenseitig mit Verweis auf ihr „Wachstum“ den schwarzen Peter zu. Die EU gab sich als großer Klimafreund, aber auch hier pfiffen die Unternehmen ihre Regierungen sofort zurück, wenn es um „einseitige Vorleistungen“ ging, die ein „Wettbewerbsnachteil“ seien. Solange aber die industriellen Zentren nichts tun, werden sich die Länder wie Brasilien, Indien oder eben China nichts vorschreiben lassen. Energiesparen kostet sicher Geld. Aber die wirtschaftliche Konkurrenz von Konzernen und Staaten verhindert eine gemeinsame umweltschonende Entwicklung für alle.

Atomkraft – für das Klima unvermeidlich?

Die Regierung erklärt immer wieder, dass es zur Verminderung des CO2 nötig sei, die Kernkraft beizubehalten. Sie sei angeblich CO2-neutral. Tatsächlich erzeugen Atomkraftwerke kurzfristig weniger Dreck als Kohlekraftwerke. Aber wohin mit dem radioaktiven Abfall, der über hunderttausende von Jahren weiter strahlt? Außerdem kostet auch die Gewinnung des Brennstoffs Uran zunehmend mehr Energie. Umweltbewegte Wissenschaftler behaupten, dass die dafür notwendige Energie in den nächsten Jahren stark zunehmen wird. Profitabel bleibt Atomkraft noch länger – aber energieeffizient ist sie schon heute nicht.

Vor der eigenen Tür kehren – mit einer Zahnbürste? Immer wieder wird erzählt, es käme auf „uns alle“ an, jeder müsse Energie sparen, um die Umwelt zu schonen. Aber damit wir die Umwelt schützen können, müssten die Unternehmen, uns die Möglichkeit dazu geben. Der Verpackungsmüll beim Aldi dient nicht uns – sondern der Vermarktung. Bahn statt Auto? Gerne… aber dazu muss die Bahn zumindest bezahlbar bleiben. Einen energiearmen Kühlschrank nimmt jeder gerne – bloß kann den nicht jeder bezahlen. Der größte private Energieverbrauch ist die Heizung, der oft schlecht isolierten Häuser. Aber wem gehören denn die Häuser, in denen die allermeisten von uns wohnen? Energie sparen im Kleinen ist zwar besser als nichts tun, aber die Regierung und die Konzerne zum Umweltschutz zu zwingen, bringt tausendmal mehr.


Marx
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