Revolutionär Sozialistische Organisation

Am prallsten gefüllt sind die Taschen der Aktionäre!

Sonnabend 6. März 2010

Seit Tagen berichten Zeitungen über Skandale um Politiker, die sich von der Wirtschaft bezahlen lassen. Mit dabei ist der Berliner CDU-Mann Steffel, der bei seinen 23 Nebenjobs gut verdient. Oder Westerwelle, der als Außenminister schon jeden Monat mehr als 20.000 € bekommt. Wenn Westerwelle einen guten Tag hat, dann kassiert er für einen einzigen Vortrag vor Bankern und Managern noch ungefähr 15.000 € zusätzlich!

Doch wenn hingegen die drei Quandt-Geschwister, denen fast die Hälfte von BMW gehört, einen guten Tag haben wie letzten Freitag, dann steigt der Wert ihres Aktienvermögens um mehr als 200 Millionen €! Das ist mehr als das zehntausendfache von dem, was der geifernde Westerwelle von den Kapitalisten als Taschengeld für seine Dienste bekommt. Auch die Aldi-Brüder können die Einkommen der Politiker nur belächeln, haben sie doch zusammen 34 Milliarden € Privatvermögen. Und die Deutsche Bank feiert auch schon wieder Höchstgewinne: 5,2 Milliarden € waren es allein im Krisenjahr 2009. Die Bank verdient gut daran, dass sich die Staaten für ihre Rettungspakete an die Konzerne Geld borgen müssen.

Die Kapitalisten müssen nicht aufs Ende des Winters warten, für sie kommt immer die Sonne durch

Andererseits gibt es immer mehr Menschen, die jeden Cent dreimal umdrehen müssen, die zusehen müssen, wie der Zusatzbeitrag für die Krankenkasse ins Haushaltsbudget gequetscht wird und wie sie die Betriebskostennachforderung wegen des kalten Winters bezahlen können. Mehr als 5 Mio. Menschen arbeiten in Deutschland schon jetzt für weniger als 8 € die Stunde. Über 6,5 Mio. Menschen kriegen Hartz IV. Immer mehr Arbeitende mit Vollzeitjobs müssen zum Jobcenter oder kriegen Wohngeld, weil der Lohn einfach zu niedrig ist. Selbst in den besserbezahlten Metallberufen gab es Lohnkürzungen. Viele Abkommen wurden geschlossen nach dem Motto „Akzeptiert die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und ich, euer Boss, verspreche keine Arbeitsplätze abzubauen.“ Doch bei diesen Abkommen ist nur eines sicher, nämlich dass das Unternehmen sein Versprechen einhält... hinsichtlich der Kürzung der Löhne.

Und ob der Wirtschaftsaufschwung nun kommt oder nicht, jedenfalls ist jetzt mehr Geld für Lebenshaltungskosten nötig. Auf eventuelle Besserungen irgendwann in Zukunft kann niemand warten. Was nötig ist, sind 300 € mehr für alle pro Monat! Und mindestens 1.500 € Netto-Lohn, um gut über die Runden zu kommen! Sicher, das wird viel Geld kosten. Dafür reicht es nicht, die Nebeneinkünfte der Politiker oder die Zahlungen der Lobbyisten an Parteien zu kontrollieren. Nötig sind viel größere Beträge. Und die sind in den Taschen der Aktionäre und Konzerne.

Für den Platz an der Sonne, müssen wir uns das Geld mit Streiks holen

Die Hartz IV-Hetze, an dessen Spitze sich derzeit ausgerechnet Westerwelle und Sarrazin gestellt haben, ist eine Schweinerei. Sie wollen, dass die, die besser bezahlte Arbeit haben, auf die Niedriglöhner und Arbeitslosen rumhacken. Diese wiederum sollen auf die Migranten einhacken und so weiter. Dieses Einprügeln auf Hartz IV-BezieherInnen zielt darauf ab, dass wir eine immer ungerechtere Verteilung der Reichtümer zwischen Aktionären und Beschäftigten akzeptieren. Das bedeutet ihre erprobte Taktik, wenn sie sich eine Bevölkerungsgruppe nach der anderen vorknöpfen.

Die Arbeitsproduktivität und die Schaffung von Vermögen nehmen jedoch weiter zu. Es ist möglich, sowohl höhere Löhne als auch höhere Sozialleistungen zu finanzieren. Nur, genau das wollen die Aktionäre und Merkel & Co. nicht.

Wir haben jedoch keinen Grund zu akzeptieren, dass Sozialleistungen und Löhne immer weiter sinken und wir uns um das weniger werdende Geld wie um die letzten Brotkrumen streiten. Es geht darum, dass wir uns das nötige Geld mit Streiks bei den Aktionären und Konzernen holen. Sie sollen zahlen, denn ihre Milliarden haben ihnen allein die Arbeitenden verschafft!


Marx
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