Revolutionär Sozialistische Organisation

Haiti: Verachtung und Gleichgültigkeit für die Betroffenen

Montag 19. April 2010

Beim Erdbeben am 12. Januar in Haiti starben mehr als 220.000 Menschen. 1,3 Mio. Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf. Bis heute leben Hunderttausende in armseligen Flüchtlingslagern. 14 Mrd. $ sind nötig für den Wiederaufbau.

Große Katastrophen erfordern große Hilfe, doch die reichen Länder versprachen gerade mal 5,3 Mrd. Dollar auf der Haiti-Konferenz am 31. März. Eingerechnet sind zynischerweise frühere versprochene Hilfen und Schuldenstreichungen.

“Auf lange Sicht braucht Haiti mehr Handel, das ist nötiger als Hilfe“, sagte US-Außenministerin Clinton. Dies klingt wie eine Drohung, denn „Handel“ bedeutete für die Haitianer schon vor dem Beben Hunger und Armut. Viele Firmen bereicherten sich auf Kosten der haitianischen Bevölkerung. Die Landwirtschaft wurde durch Billigimporte ruiniert, die Arbeiter schufteten als Billigarbeitskräfte in Betrieben für den Export.

Zwei Wochen dauerte es, bis die ersten Firmen nach dem Beben wieder öffneten. Die Arbeitshetze ist seither noch schlimmer geworden, denn die Produktionsunterbrechung soll aufgeholt werden. Und obendrein droht vielen Bewohnern von Flüchtlingslagern die Räumung. Tausende mussten bereits Lagerhäuser, das Fußballstadion und den Golfplatz der Hauptstadt verlassen und sollen sehen, wo sie nun bleiben. So wird mit den Haitianern verfahren, sobald der Medienrummel sich gelegt hat.


Marx
Startseite | Kontakt | Sitemap | Redaktion | Statistiken | Besuche: 242800

Aktivitäten verfolgen de  Aktivitäten verfolgen Archiv unserer Zeitung  Aktivitäten verfolgen Nr. 39 - April 2010   ?

Realisiert mit SPIP 2.1.29