Revolutionär Sozialistische Organisation

Umweltschutz - nur so lange, wie der Profit stimmt?

Montag 17. Mai 2010

Am 20. April explodierte die 64 km vor der Küste von Louisiana gelegene Bohrinsel „Deepwater Horizon“. Es starben elf Arbeiter. Eine der größten Umweltkatastrophen der letzten Jahrzehnte nahm ihren Lauf. Seither strömen täglich 800.000 Liter Rohöl in den Golf von Mexiko. Der Ölteppich hat mittlerweile die Küstengebiete mit den sensiblen Ökosystemen der Staaten Louisiana, Alabama und Florida erreicht. Vor allem trifft es die Bevölkerung von Louisiana schwer, die erst zuletzt vom Hurrikan Katrina so schwer getroffen wurde. In Louisianas Küstengebieten sind mehr als 40 % der amerikanischen Fischfangindustrie ansässig. Die Existenz vieler Fischer ist bedroht. Alle Versuche, den Ölausfluss einzudämmen, scheiterten bislang (Stand: 15. Mai).

Doch warum passieren trotz moderner Technik Katastrophen wie diese? Das hat verschiedene Gründe, aber vor allem die Profitgier der Konzerne: in diesem Fall der Konzerne BP, Transocean und Halliburton, welche diese Bohrinsel betreiben. Sie und die Obama Regierung stritten von Beginn an ab, dass dieses Unglück vorherzusehen gewesen wäre. Doch es gibt Berichte, die bis ins Jahr 2000 zurückreichen und die vor einer Explosion in diesem Ausmaß warnten. Getan wurde jedoch nichts, weil die Reparaturen an der Bohrinsel teuer geworden wären. Noch dazu gab die amerikanische Regierung keine ernsthaften Sicherheitsauflagen vor, was dazu führte, dass die Sicherheitsvorkehrungen auf den Bohrinseln auf einem „legalen“ Minimum gehalten wurden. Die staatliche Aufsichtsbehörde MMS schritt angesichts krimineller Umweltpraktiken kaum ein, sondern erteilte sogar in Hunderten von Fällen ungeprüft Genehmigungen an Ölkonzerne – auch an BP. Diese Schützenhilfe von Seiten der US-Regierung hat wohl ihren Grund darin, dass BP allein im Jahre 2009 mehr als 16 Mrd. $ für die Obama-Regierung hat springen lassen. Mit dieser Summe gehört BP zu den Top 20 der amerikanischen Lobbyisten. Jahrelang hat sich dies ausgezahlt. BP – ein gigantischer Konzern, der jährlich Milliardengewinne in zweistelliger Höhe macht (2009: 27,7 Mrd. $) – konnte zwischen 1999 und 2005 ganz massive Einsparungen im Lohn- und Sicherheitsbereich vornehmen.

Solange unsere Wirtschaft auf dem Gewinnstreben großer Konzerne basiert, wird es immer wieder zu solchen Umweltkatastrophen kommen. Denn wie wir an diesem Beispiel sehen, interessiert es die Aktionäre und ihre Manager nicht im Geringsten, wie gefährlich ihr Unternehmen für die Umwelt sein kann – Hauptsache der Profit stimmt.


Marx
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