Revolutionär Sozialistische Organisation

Das Geschäft mit dem Hunger

Sonntag 29. August 2010

Und wieder einmal wird spekuliert, was das Zeug hält. Vor zwei Jahren explodierten die Nahrungsmittelpreise, weil Spekulanten ihr Geld nirgendwo mehr so gewinnbringend anlegen konnten wie in Getreide. Sie kauften und verkauften Nahrungsmittel und setzten darauf, dass Menschen ja immer essen müssen und daher gezwungen sind, die steigenden Preise zu bezahlen. Für uns in den Industrieländern ist das für die Meisten ein nicht so großes Problem, denn wir geben lediglich 10-20% unserer Einkommen für Nahrungsmittel aus. In der Dritten Welt hingegen werden 80% der äußerst geringen Löhne für Nahrung ausgegeben. Seit der letzten Spekulationsblase 2007/08 hungern daher 150 Mio. Menschen zusätzlich, weil sie das alltägliche Essen nicht mehr bezahlen können. Es wird behauptet, dass die Preise deshalb stiegen, weil in Russland, Pakistan, Kasachstan und der Ukraine die Ernten so schlecht ausgefallen seien. Doch in Wirklichkeit sind die weltweiten Lagerbestände völlig ausreichend, um die Menschheit zu ernähren, denn erst letztes Jahr hat es eine Rekordernte gegeben. Es gibt keinen Mangel an Nahrung, sondern nur ein Geschäft mit dem Hunger.


Marx
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