Revolutionär Sozialistische Organisation

Berliner Schulen: Der Protest muss beginnen!

Sonntag 29. August 2010

„Sollte sich zu Beginn des neuen Schuljahres herausstellen, dass die Schulen mit Unterdeckung beginnen müssen, dann werden wir gemeinsam mit den Eltern zu Protestmaßnahmen aufrufen.“

(1. Juli 2010 – Rose-Marie Seggelke, Berliner GEW-Vorsitzende)

Das neue Schuljahr hat so begonnen, wie es alle befürchtet haben. 480 Neueinstellungen hat es für das neue Schuljahr gegeben. Doch allein 778 ältere Kollegen werden noch im Jahr 2010 ausscheiden, so dass es in den kommenden Monaten noch mehr Probleme geben wird. Schon jetzt gibt es Schulen, wie das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die in ganzen Jahrgangsstufen keine Lehrer für Mathematik zur Verfügung haben. In den vergangenen Jahren gab es wenigstens die Möglichkeit Engpässe, die gar ganze Schuljahre bedeuten konnten, mit Vertretungslehrern zu überbrücken. Doch selbst hierfür wurden nun die Gelder gestrichen. Nicht nur weil der Senat nicht mehr einstellen will, haben die Schulen Probleme Lehrer zu finden. Sondern auch, weil der Senat zu wenig bezahlt. Junge angestellte Lehrer können bei mindestens 26 Schulstunden, zusätzlicher Vor- und Nachbereitungszeit, Elternabenden, Klassenfahrten und Konferenzen bis zu 700 Euro weniger verdienen als ihre verbeamteten KollegInnen. Deshalb gehen viele junge LehrerInnen in andere Bundesländer, wo sie unter vernünftigeren Bedingungen arbeiten und besser bezahlt werden. Der jetzige Engpass ist vom Senat hausgemacht, weil er Berlin kaputt spart, um die Schulden bei den Banken abzuzahlen. In anderen Bereichen des Öffentlichen Dienstes sieht es daher keineswegs besser aus. Das Protestpotenzial wäre riesengroß, aber bislang halten sich die Gewerkschaften mit Mobilisierungen zurück. Es liegt an uns, hier Druck aufzubauen.


Marx
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