Revolutionär Sozialistische Organisation

Sensation! Bei Sarrazin Rassisten-Gen entdeckt

Donnerstag 2. September 2010

Wieder einmal zeigt Sarrazin seine Verachtung gegen alle sozial Schwachen und Benachteiligten. Seine Hetze gegen alles „Fremde“ ist nichts Neues. Jetzt machte er eine neue Entdeckung: z.B. das Basken-Gen. Wenn sich bis jetzt noch jemand gefragt hat, warum die Basken immer solche Baskenmützen tragen, dürfte das nun endgültig geklärt sein...

Sarrazin spielt mit der Unsicherheit von immer mehr Menschen über ihre Zukunft, mit der Angst vor sozialen Abstieg und Sorge um die Kinder. Es ist eine alte Methode der Politik, die Schuld auf irgendjemand zu lenken. Und dieses Mal trifft es die „Migranten“ und angebliche „Integrationsprobleme“. Aber gerade die Sparpolitik, wie sie Sarrazin als Berliner Finanzsenator von 2002 bis 2009 betrieben hat, verschlimmerte die Situation. Er war verantwortlich für die Schließung von Jugendklubs, Volkshochschulen, Bibliotheken und Personalabbau in Bürger- und Sozialämtern. Seit 2001 ist die Mitarbeiterzahl von 50.000 auf 25.000 gesunken. Überall in der Stadt mangelt es an Sozialarbeitern in Schulen und Problemkiezen.

Sie leben und arbeiten hier

In den 60er und 70er sind zehntausende Türken und Kurden nach Deutschland gekommen, weil sie als billige Arbeitskräfte gebraucht wurden. Konzerne wie Siemens und Daimler verdienten ordentlich an ihnen. Oft waren sie es, die die einfachen und schlecht bezahlten Jobs annahmen. So kommt es auch, dass viele von ihnen die ersten waren, die auf der Straße landeten, als Unternehmen auf modernere Maschinen umsattelten oder gleich den Betrieb schlossen. Aber Millionen Migranten arbeiten hier, sie zahlen Steuern, sie haben ein Recht auf Sozialleistungen wie Rente, wie jeder andere auch. Sie haben auch ein Recht darauf, mit ihren Familien hier zu leben, sie sind längst Teil unserer Gesellschaft geworden. Jeder kennt seinen kurdischen, türkischen oder polnischen Kollegen und weiß, dass sie dieselben Probleme haben. Wir alle sind von Kurzarbeit, sinkenden Löhnen und steigendem Arbeitsstress betroffen. Sarrazins Aussagen sollen nur zu einer Spaltung zwischen Deutschen und Migrantenkollegen führen. Doch wer z.B. an die Streiks bei Bosch-Siemens-Hausgeräte Berlin (2006), Berliner Charité (2006) oder Daimler im Raum Stuttgart (2009) denkt, der weiß, dass Kämpfe nicht ohne unsere migrantischen KollegInnen geführt und gewonnen werden können. Und oft genug stehen sie dabei mit kämpferischen Ideen in der ersten Reihe. Aber dies ist sicher nicht die „Integration“, die Sarrazin einfordert.

Es ist ein soziales und kein Migranten-Problem

Viele Kinder haben Probleme. Sicher. Doch schon in den Kindergärten gibt es zu wenig Erzieher und Logopäden, um Sprachprobleme zu beseitigen. Es gibt keinen speziellen Unterricht für Migrantenkinder, um ihnen die deutsche Sprache beizubringen. So kommen Kinder schon mit schlechten Deutschkenntnissen in die Schule. Und da gehen die Probleme weiter. Es fehlt immer mehr an Lehrern. Es ist kein Einzelfall, wenn selbst an Gymnasien kein Mathelehrer aufzutreiben ist. Auch viele Deutsche können weder richtig schreiben noch lesen. Ihre Zahl beträgt 9,5 Millionen. Die meisten kommen aus armen Verhältnissen. Was das für Probleme mit sich bringt, kann sich jeder vorstellen. Hart trifft es auch die jährlich etwa 70.000 Schulabgänger ohne Abschluss, von denen gerade einmal 25% eine Ausbildungsstelle bekommen. Das Problem ist also kein Problem von Migranten alleine, sondern ein soziales Problem von Armut, Arbeitslosigkeit und fehlender Perspektive.

Eine Ablenkung, die gelegen kommt

Auch wenn Merkel und viele Politiker die Tonart von Sarrazin ablehnen, sicher kommt ihnen der ganze Medienrummel entgegen. Ist er doch ein gutes Ablenkungsmanöver, um nicht zu viel Aufmerksamkeit bei der Umsetzung der Rente mit 67 Plus X oder der Sparpakete zu erregen. Gestern hat die Bundesregierung die Details dazu beschlossen und in zwei Wochen entscheidet der Bundestag über den Haushalt. Da werden Kürzungen jeder Art auf uns zu kommen, und die betreffen jeden von uns. Und so sollten wir uns auch gemeinsam dagegen wehren!


Marx
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