Revolutionär Sozialistische Organisation

2 Kilo Äpfel und 10 Eier

Donnerstag 30. September 2010

Nen Appel und nen Ei, vielmehr springt für Hartz IV-Empfänger nicht raus, weil die Regierung „Anreize zum Arbeiten“ schaffen will. Schließlich soll ein Hartz IV-Empfänger nicht mehr haben als eine Frisörin oder ein Maler, die viel zu wenig verdienen. Es sollen mal wieder die Armen gegen die ärmsten der Armen ausgespielt werden, um davon abzulenken, dass sich Großaktionäre und ihre Topmanager die Taschen vollstopfen.

Bei den hohen Preisen für Strom, Fahrscheine etc. sind 300 Euro mehr bei den Sozialleistungen sofort nötig. Aber nein, 5 Euro mehr für Erwachsene und kein Cent mehr für Jugendliche und Kinder. Das sind die „großzügigen“ Gaben der Regierung. Wer es durch den bürokratischen Dschungel schafft bekommt für sein Kind noch bis zu 30 Euro im Monat für Schulessen, Klassenfahrten etc. dazu. Vieles hängt vom Wohlwollen der Sachbearbeiter ab, die aber in erster Linie sparen sollen. Aber selbst mit diesen Zuschüssen macht das gerade mal 1 Euro mehr pro Tag für ein Kind, also zum Beispiel statt wie früher 3 Euro für Essen jetzt 4 Euro. Das liegt immer noch unter dem, was einem Polizeihund pro Tag zusteht. Der bekommt nämlich Essen im Wert von 6,80 Euro!

Es wird gestrichen, was das Zeug hält

Von den 5 Euro wird weniger als nix bleiben, denn der Rotstift der Bundesregierung ist dick. Zum Beispiel soll das Elterngeld von 300 Euro für Hartz IV-Eltern wegfallen. Damit spart die Regierung 400 Millionen im Jahr. Der Zuschuss beim Wechsel von Arbeitslosengeld I zu Hartz IV soll gestrichen werden. Das können bis zu 180 Euro im Monat sein.

Hartz IV wird für Lohndrückerei benutzt

Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU) spielt sich als Beschützerin der kleinen Einkommen auf. Doch wie niedrig auch immer Hartz IV ist, die Frisörin oder die Leiharbeiterin bekommt deshalb noch keinen Cent mehr.

Den Armen steht schon längst das Wasser bis zum Hals. Mit Hartz IV erhöht sich der Druck auf die Betroffenen, jeden auch noch so beschissenen Job anzunehmen. Frau von der Leyen verpackt dies mit den Worten „Anreize schaffen“. Wer die Schnauze voll hat von Bitten, Betteln und Schikanen beim Jobcenter soll sich bei den Geringverdienern einreihen. Schon jetzt arbeiten 18,8% aller Beschäftigten für weniger als 8,50 Euro die Stunde und bekommen somit am Ende des Monats kaum mehr als ein Hartz IV-Empfänger. Dabei ist längst klar, dass man mindestens 1500 Euro netto braucht, um nicht schon nach der Hälfte des Monats jeden Cent umdrehen zu müssen.

Die Konzerne und ihre Wirtschaftspolitiker freuen sich über die lächerliche Erhöhung. Schon seit Jahren setzen sie darauf, dass die Beschäftigten Angst vor Hartz IV und dem damit verbundenen sozialen Abstieg haben. Sie hoffen, dass es keinen Widerstand gibt, wenn sie uns weiterhin auspressen und kräftige Gewinne machen.

Reiche und Arme – das ist kein Naturgesetz

Die Arbeitenden, die nach 40 Stunden die Woche 900 Euro im Monat nach Hause bringen, sollen sauer sein auf die Arbeitslosen mit ihren 759 Euro... so hätten es die Großaktionäre und Ihre Manager gerne, damit keiner auf die Vermögenden in diesem Land schaut. Es gibt in Deutschland 430.000 Menschen, die ein Vermögen von mehr als 1 Millionen Euro haben. Das sind so viele wie nie zuvor! Das Gesamtvermögen in Deutschland beträgt 4.800 Milliarden. Davon besitzen die reichsten 10% der Bevölkerung sage und schreibe 2.227 Milliarden! Aber die untersten 50% der Bevölkerung haben nur 331 Milliarden.

Klar, dass die Arbeitslosen und die Arbeitenden vieles gemeinsam haben, und es gibt keinen Grund, sich von den Parolen wie „Anreize schaffen“ täuschen zu lassen. Aber es wäre doch mal reizvoll, wenn es Arbeit für alle gäbe, mit Löhnen, von denen man leben kann und mit Arbeitsbedingungen, die einen nicht kaputt machen.


Forum

Marx
Startseite | Kontakt | Sitemap | Redaktion | Statistiken | Besuche: 242618

Aktivitäten verfolgen de  Aktivitäten verfolgen Leitartikel   ?

Realisiert mit SPIP 2.1.29