Revolutionär Sozialistische Organisation

2 Kilo Äpfel und 10 Eier

Montag 11. Oktober 2010

‘n Appel und ‘n Ei, vielmehr springt für HartzIVEmpfänger nicht raus, weil die Regierung „Anreize zum Arbeiten“ schaffen will. Schließlich soll ein HartzIVEmpfänger nicht mehr haben als eine Frisörin oder ein Maler, die viel zu wenig verdienen. Es sollen mal wieder die Armen gegen die ärmsten der Armen ausgespielt werden, um davon abzulenken, dass sich Großaktionäre und ihre Topmanager die Taschen vollstopfen. Bei den hohen Preisen für Strom, Fahrscheine etc. sind sofort 300 Euro mehr bei den Sozialleistungen nötig. Aber nein, 5 Euro mehr für Erwachsene und kein Cent mehr für Jugendliche und Kinder – das sind die „großzügigen“ Gaben der Regierung.

Wer es dann durch den bürokratischen Dschungel schafft, bekommt für sein Kind insgesamt noch bis zu 30 Euro im Monat für Schulessen, Klassenfahrten etc. dazu. Vieles hängt vom Wohlwollen der Sachbearbeiter ab, die aber in erster Linie sparen sollen. Aber selbst mit diesen Zuschüssen macht das gerade mal 1 Euro mehr pro Tag für ein Kind, also zum Beispiel statt wie früher 3 Euro für Essen jetzt 4 Euro. Das liegt immer noch unter dem, was einem Polizeihund pro Tag zusteht. Der bekommt nämlich Essen im Wert von 6,80 Euro!

Den Armen steht schon längst das Wasser bis zum Hals. Mit Hartz IV erhöht sich der Druck auf die Betroffenen, jeden auch noch so beschissenen Job anzunehmen. Frau von der Leyen verpackt dies mit den Worten „Anreiz e schaffen“. Wer die Schnauze voll hat von bitten, betteln und Schikanen beim Jobcenter, soll sich bei den Geringverdienern einreihen. Schon jetzt arbeiten 18,8% aller Beschäftigten für w eniger als 8,50 Euro die Stunde und bekommen somit am Ende des Monats kaum mehr als ein HartzIVEmpfänger. Dabei ist längst klar, dass man mindestens 1500 Euro netto braucht, um nicht schon nach der Hälfte des Monats jeden Cent umdrehen zu müssen.

Die Arbeitenden, die nach einer 40 Stunden Woche 900 Euro im Monat nach Hause bringen, sollen sauer sein auf die Arbeitslosen mit ihren 759 Euro. So hätten es die Großaktionäre und ihre Manager gerne, damit keiner auf die Vermögenden in diesem Land schaut. Es gibt in Deutschland 430.000 Menschen, die ein Vermögen von mehr als 1 Million Euro haben. Das sind so viele wie nie zuvor! Das Gesamtvermögen in Deutschland beträgt 4.800 Milliarden. Davon besitzen die reichsten 10% der Bevölkerung sage und schreibe 2.227 Milliarden! Die unteren 50% der Bevölkerung haben nur 331 Milliarden. Klar, dass die Arbeitslosen und die Arbeitenden vieles gemeinsam haben. Es gibt keinen Grund, sich von den Parolen wie „Anreize schaffen“ täuschen zu lassen. Aber es wäre doch reizvoll, wenn es Arbeit für alle gäbe, mit Löhnen, von denen man leben kann und mit Arbeitsbedingungen, die einen nicht kaputt machen.


Marx
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