Revolutionär Sozialistische Organisation

Deutliche Steigerung in der Stahlbranche - zumindest der Gewinne

Montag 11. Oktober 2010

In den deutschen Stahlkonzernen knallen die Sektkorken in den Chefetagen. Die Auftragsbücher sind voll, die Auslastung der Öfen liegt bei über 90%. Allein ThyssenKrupp rechnet 2010 mit über einer Milliarde Gewinn. Entsprechend selbstbewusst ging die IG Metall in die Tarifrunde im September. Sechs Prozent mehr Lohn für ein Jahr Laufzeit – das klang nach den mageren Abschlüssen der letzten Jahre richtig mutig.

Doch was kam dann?? Nach drei Verhandlungsrunden im Pilotbezirk Nordwesten war die berüchtigte „Kuh vom Eis“: 3,6% für 14 Monate haben die Konzerne zugestanden, praktisch ohne Kampf. Ein Zeichen dafür, dass sie gerade jetzt einen Streik verhindern wollten. Umso leichter hätte man mit einem entschlossenen Kampf viel mehr rausholen können. Rund 85.000 Beschäftigte zählt die Stahlbranche in Deutschland. 77.000 davon sind in der IG Metall – von „mangelnder Kampffähigkeit“ keine Spur. Und dass sie bereit waren, hatten die Metaller an drei Warnstreiktagen bewiesen.

Auch der „Durchbruch bei der Leiharbeit“ – Leiharbeiter erhalten in der Stahlindustrie jetzt offiziell gleiche Löhne – ist leider eine Mogelpackung. Nur drei Prozent beträgt deren Anteil im Stahlbereich und die erhielten schon vorher praktisch den gleichen Lohn. Auch bei der Leiharbeit werden wirkliche Veränderungen ohne Kampf nicht zu er reichen sein.


Marx
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