Revolutionär Sozialistische Organisation

Elfenbeinküste: Pest oder Cholera

Sonnabend 8. Januar 2011

Die Regierungen der Welt und ihre UNO haben entschieden. Für sie ist Ouattara der Sieger der Wahlen am 28. November in der Elfenbeinküste. Sie verurteilen Gbagbo, den alten Präsidenten, der nicht abtreten will.

Dabei kehren die Mächtigen der Welt gern unter den Teppich, dass diese Wahlen alles andere als völlig zweifelsfrei abgelaufen sind, denn schließlich waren unter 26 Mitgliedern der Wahlkommission 20 Unterstützer Ouattaras oder zumindest offene Gegner Gbagbos. Wie dem auch sei. Beide „Präsidenten“ – der alte und der neue – sind aus demselben Holz geschnitzt. Sie wollen nichts als die Macht – und dies auf Kosten der Bevölkerung.

Seit Jahren schüren sie den Konflikt zwischen „echten Bürgern“ und „Fremden“. Dabei hetzt Gbagbo gegen die ehemaligen Gastarbeiter des Wirtschaftsbooms der 70er Jahre und stützt sich hierbei auf den Süden des Landes. Ouattara macht sich zum vermeintlichen Anwalt der Immigranten und hat seine Hochburg im Norden. Gbagbo, seit 10 Jahren Präsident, machte jahrelang Politik im Interesse der reichen Eliten. Ouattara behauptet zwar, dass er gegen die Selbstbedienung der Herrschenden etwas unternehmen will, doch seine Vergangenheit lässt nur Böses ahnen. Seine Karriere machte er bereits als Premierminister (1990-93) und stellvertretender Generalsekretär des IWF (Internationaler Währungsfonds), der schließlich dafür bekannt ist, verarmte und zahlungsunfähige Staaten zu massivem Sozialabbau und Privatisierungen zu zwingen.

Und da lässt sich auch das Interesse der westlichen Welt erkennen. Sie wollen an die Reichtümer des Landes: Erdöl, Erdgas, Coltan, Diamanten, Nickel und Eisenerz. Mit Ouattara hoffen sie wohl, einen besseren Anwalt ihrer Interessen gefunden zu haben.

So steht das Land vor dem Abgrund eines Bürgerkrieges, vor dem sich die Bevölkerung fürchtet. Dieser Krieg kann kaum abgewendet werden, solange machtund profithungrige Politiker – unterstützt durch ausländische Regierungen – die bitterarme Bevölkerung gegeneinander aufhetzen können.


Marx
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