Revolutionär Sozialistische Organisation

Mubarak: Seit 30 Jahren unser Mann

Sonnabend 5. Februar 2011

Seit Tagen führen westliche Regierungen einen peinlichen Eiertanz auf. Sie sagen Mubaraks Schlägertrupps seien „inakzeptabel“. Es müsse einen „Wandel“ geben in Ägypten. Hinter solchem Blabla steckt kein bisschen echte Unterstützung für die Protestierenden. Schließlich haben sie den Diktator 30 Jahre unterstützt.

Außenminister Westerwelle lobte Mubarak als einen „Mann enormer Erfahrung, großer Weisheit, der die Zukunft fest im Blick hat“. Sicher, Erfahrung hat Mubarak… mit Folter und Unterdrückung der Opposition.

Das ist die Stabilität, die die Kapitalisten in Ländern der Dritten Welt so schätzen: Lass die westlichen Konzerne ihre Geschäfte machen und halt die Bevölkerung in Schach. Tourismus, Ölexport und Suezkanal – Mubarak war der Garant für Ruhe und Ausbeutung.

Profitiert haben deutsche Unternehmen, die wir alle kennen: Neben den Reiseveranstaltern TUI und Thomas Cook auch Großkonzerne wie Siemens, Daimler und BASF, die mehr als eine halbe Milliarde Euro investiert hatten. Viele Fabriken stehen nun still. Auch für den deutschen Autozulieferer Leoni, für den 16.000 Arbeiter in Ägypten und Tunesien zu Billiglöhnen arbeiten, läuft‘s nicht mehr so rund.


Marx
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